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Ciimjen - Sekte aus Lydon auf Karcanon

Ciimjen - Zeichnung einer Katzenfrau

Lydon, als Schmelztiegel der Völker, als Stadt, in der viele verschiedene Stämme ihr Unterkommen fanden, vereint auch viele Glaubensrichtungen. Aber auch Sekten, die in ländlichen Gegenden keinen Fuss fassen konnten, denn zu weit verstreut lebten die Menschen, fanden hier Unterschlupf und Anhänger.

Seit gut sechzig Jahren ist dies zu erkennen, und die Obrigkeit achtet sehr genau darauf, ob und inwieweit diese Glaubensgruppen sich bekriegen oder einen Umsturz der eigentlichen Gruppen planen. Glücklicherweise mussten sie noch nie strafend eingreifen; einige der kleineren Gemeinschaften dürfen sogar kleine öffentliche Tempel unterhalten. Dazu gehören die Anhänger der Jandaila, die andere als Jani verehren, dazu gehört aber auch Ciimjen.
Anhänger findet sie, als Katze mit einem nachtschwarzen Fell mit einer auffälligen silbrigen Zeichnung in Form einer Mondsichel am Kopf, vor allem unter zwielichtigen Gestalten der Stadt. Ciimjen, die Tochter des Mondes, ist die Beschützerin der Diebe. Doch es ist schwer, sie wohlgesonnen zu stimmen: Ciimjen ist sehr launisch und eigensinnig und tut selten das, was man sich tatsächlich erhofft. Sie nimmt Geschenke an, aber eine Gegenleistung darf man nicht von ihr erwarten. Die Göttin lässt sich durch aufregende und interessante Taten beeindrucken, doch blosses Imponiergehabe langweilt sie. So ist Ciimjen eine schwierige Göttin, aber die Diebe mögen sie, weil sie selbst nichts verlangt.

Als Zeichen ihres Glaubens tragen die meisten Männer und Frauen eines oder mehrere ihrer Symbole an ihrer Kleidung – oft genug versteckt: eine katzenförmige Brosche, einen Halbmond oder eine silberne Katzenkralle. Ihr Treffpunkt ist ein zerfallenes Hinterhaus in der Unterstadt von Lydon. Opfer werden nur in der Form von Geschenken gebracht, seien es Juwelen oder Schmuck, schöne Stoffe oder auch leckere Speisen. Denn die Göttin scheint es zu lieben, verwöhnt zu werden, und ihre Gunst kann dadurch leichter gewonnen werden.

Priester und Priesterinnen gibt es in der Tat auch, aber sie haben in der Regel keine besondere Autorität. Sie arbeiten zumeist in einem ehrlichen Beruf und sind als Hehler der Opfergaben beschäftigt. Sie verstecken sich bei den Treffen unter Katzenmasken und werden von ihren Vorgängern bestimmt. Niemand darf ihre wahre Identität kennen, denn hin und wieder helfen sie auch in Not geratenen Mitgliedern der Gemeinschaft.
Doch da die Gläubigen recht friedlich sind und keine Machtgedanken zu haben scheinen, lässt man sie unbehelligt. Viele Anhänger der Katzengöttin sind wahrhaftige Eigenbrötler und Einzelgänger und gehen ihre eigenen Wege. Nur wenige sind offiziell in der Stadt bekannt und stehen auch zu ihrem Glauben. So Heron Vedail, der einst ein Priester war und nun sein Amt abgegeben hat, und die Abenteurerin und Kriegerin Chennyra, die offensichtlich Sheroan-Blut in sich hat und ein gerne gesehener Gast in den Kneipen der Unterstadt ist (wenn auch nirgendwo anders). Sie verkörpert tatsächlich die Launenhaftigkeit Ciimjens – ist einmal anschmiegsam wie ein Kätzchen, ein andermal streitlustig wie ein Gassenkater.

Varanjan cen Derra,
für die Bibliothek von Lydon