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Die große Prophezeiung Bearbeiten

Als aber Nebcanaun sich erhob, erzitterte die See und das Land. Die Nebcatlan also sahen, daß nun die Zeit ihres Gottes gekommen war. So wappneten sie sich und trugen mit Wasser, Schwert und Feuer den Grimm ihres Herrn unter die Feinde der Wahrheit.

Groß war ihre Macht in jener Zeit und niemand konnte diese brechen. Städte wie Tempel zerbrachen vor ihrem gerechten Zorn und Anaun erhielt reiche Ernte. So schwanden die Zweifler und die Wut der Nebcatlan wandelte sich in Raserei. Es ist der Hochmut, der solches Tun gebärt.

In der Nacht vor dem Exodus versammelten sich die Hohen des Tempels zu halten eine Zeremonie und zu schauen die Zukunft. Sholipitl, Oberster der Priesterschaft Nebcanauns stand auf der Spitze der großen Pyramide und gab, Nebcanaun zum Opfer ein Herz. Hoch hob er es über seinem Kopf und warf es gen Meer: „Nebcanaun erhöre uns, künde uns die Geschehen, die kommen werden!“ Das Blut lief noch entlang seines Armes, dann erzitterte er. Sholipitl warf seinen Kopf in den Nacken und ein Schrei, nicht wie der eines Menschen drang aus seiner Kehle. Dann schüttelte er seinen Kopf, die, die ihm nahe waren sahen, wie seine Augen rollten, und seine Zunge weit aus dem Munde ragte. Nicht mehr bei Sinnen sprang er auf den Opferaltar. „Hier!“, so schrie er: „Hier werden wir enden! Wir alle, denn seht ihr nicht das Unheil, seht ihr nicht die Wolken, seht ihr nicht dort drüben die Schiffe die fliehen? Wir haben Unheil beschworen! Wir werden untergehen, doch wird unser Keim bestehen, und den Lauf der Zeit bestehen!" Sholipitl fiel Kopfüber, schon wollten die Wachen ihm zu Hilfe eilen, noch versuchte das Volk das gesagte zu begreifen. Sie? Sie würden nicht untergehen, sie waren die Herren der Welt, mit ihnen war Nebcanaun, der Herr! Schon sprang Sholipitl erneut auf die Füße, der Wahn hatte nun endgültig sein Gesicht gezeichnet: „Doch nur wenigen wird Ruhe vergönnt sein! Die große Moctan, in ihren goldenen Gewändern, sie wird für ihren Hochmut büßen, sie wird wiedergeboren werden, immer und immer wieder, bis sie letztlich Läuterung erfahre. Von Schmerzen wird ihr Leben bis dorthin getragen werden, sie soll ihr Spiegelbild erkennen müssen immer und immer wieder, bis sie es selbst ertragen möge! Seht mich, ich bin verrückt, so glaubt ihr? Nein, ich bin wach, aber der Wahn wird mich zerfressen. Ich werde immer gedrängt sein, von dem was zu tun ist, und so wie ich bisher zugeschaut habe, werde ich immer und immer wieder meinen Verstand zerfließen sehen, aber ich werde weitergedrängt werden, immer und immer wieder, bis zum Ende der dunklen Zeit, oder der Zeit der Tränen. Den wir werden heimatlose werden, wir werden der Willkür unserer Feinde ausgesetzt sein, aber wir werden bestehen, und jeder Schlag wird uns härten, denn am Ende des Tunnels scheint ein Licht. In der Ferne kündet der Delphinstern! Schaut nach oben, er wird heute vergehen!“ Mit diesen Worten wies er gen Sternenhimmel, und das Volk sah hinauf, und dort prangte er, der Delphinstern Hüter und Künder der Nebcatlan, doch da, sein Anblick blaßte, und schließlich schwand es gänzlich. Das Volk war stumm vor entsetzen, manche weinten, andere fielen in Wahn, und rissen sich die Haare. Doch noch hatte Sholipitl nicht geendet. „Ja! Fürchtet euch, denn euer Ende ist nah, dort segelt eure Zukunft!“, und er weiß gen Horizont, wo schwach einige Segel zu kennen waren. „Doch Eure Seelen werden keinen Frieden finden, keiner wird mehr Frieden finden, bis einer im Zeichen des Delphinstern aufstehen wird, und Euch wieder aus der dunklen Zeit geleite! Er wird mich wie die große Moctan finden, und mit uns wird er Nebcanaun die Wellen wiedergeben. Doch fürchtet euch, denn bis dorthin ist kein Platz für Eure Seelen in den Hallen Anauns, keinen Fürsprecher habt ihr mehr, ihr müßt herumirren, oder wieder ein Leben voller Leiden antreten! Es ist Zeit!“, mit diesen Worten brach Sholipitl Tod zusammen, und als sein Leichnam den Boden berührte erzitterte Myra und die Meere erhoben sich aus ihren Becken!

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Myra-Fundort: Bote von Gwynddor 12/12-14

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