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Eboria ist eine strategisch wichtige Küstenstadt Kriegorias. Tatsächlich ist es der einzige Hafen auf kriegorischem Gebiet an der peristerischen Küste Chelodarns und neben Tondmek an der Oklis-Küste das wichtigste Seehandelszentrum Kriegorias.

Eboria besteht aus einer Vielzahl großer und kleiner Inseln im Delta eines kleinen, nicht schiffbaren Flußes.
Eboria sw

Stadtplan von Eboria (420 n.P.)

Einige dieser Inseln sind natürlichen Ursprungs, die meisten jedoch erst durch den Aushub schiffbarer Kanäle innerhalb der Stadtmauern entstanden, die zugleich die zweite Linie der Stadtverteidigung darstellen. Somit verteilen sich die Hafenanlagen auf fast das ganze Stadtgebiet.

Auf einer vorgelagerten Felseninsel befindet sich ein kleiner Tempel des Xnum, innerhalb der Stadtmauern kleine Tempel des Seth und des Kur-Tulmak. Kriegorischer Stadtherr ist Drundyr der Jüngere.

Im Jahr 427 n.P. jedoch griffen Freischärler unbekannter Herkunft die Stadt an. Da zuvor der größte Teil der Stadtgarnison zur dandairischen Front abgezogen worden war, fiel die Stadt nach kurzem, aber blutigem Kampf. Es folgt der Bericht eines unbekannten Chronisten:


Sturm auf Eboria Bearbeiten

Noch vor Morgengrauen mussten sie vor den Mauern eingetroffen und Verstecke bezogen haben. Denn als sich kurz nach dem ersten Tageslicht die Tore der kriegorischen Stadt öffneten, um die Bauern der Umgebung ihre Waren auf den städtischen Markt anliefern zu lassen, standen – oder lagen – sie bereits in ihrer Deckung bereit, durch ihre dunklen Rüstungen und Mänteln gut getarnt.

Ein kurzes Hornsignal ertönte, und die Angreifer stürmten los, die Lanzenträger vorneweg. Die Wachen am Tor, noch mit Schlaf in den Augen, hatten kaum Zeit, überrascht hoch zu blicken, als sie auch schon von Pfeilen getroffen wurden. Dennoch ertönten nun Alarmsignale auf den Mauern, die Garnison eilte zu den Waffen und auf ihre Posten. Zu spät. Zwar kostete die Überwindung der äußeren Befestigungen und der dahinter liegenden Brücke über den Großen Kanal die Angreifer einen nicht geringen Blutzoll, doch für jeden der schwarz gerüsteten Krieger ließen mindestens zwei der Verteidiger ihr Leben. Bald wehten die Fahnen mit dem Horn-Emblem über allen Mauern, und die Helden Kriegorias waren gezwungen, sich durch die Straßen der Stadt zum Liegeplatz der Handvoll Kriegsschiffe durchzukämpfen. Doch auch diese hatten kaum eine Chance, wirksam in die Kämpfe einzugreifen. Es entwickelte sich ein blutiger Straßen- und Häuserkampf. Durch ihre Kenntnis der Gassen, Stege und Brücken waren die Verteidiger hier zwar im Vorteil, doch nachdem die Angreifer nahezu jeden Zweikampf klar gewannen, waren sie bald weit in der Überzahl. Sie hetzten die in kleine Gruppen zersplitterten Truppen der Verteidiger nieder, bis diese aufgaben oder tot waren.

Drundyr war am Tag vorher erst spät ins Bett gekommen und wurde nun durch den Alarm und den Kampfeslärm aus dem Schlaf gerissen. Begleitet von einigen seiner Wächter eilte er hinaus und fand sich schon mitten im Kampf wieder. Einer der schwarz gerüsteten Angreifer, das Gesicht hinter dem Helmvisier unsichtbar, rannte, einige kriegorische Krieger verfolgend, an ihm vorbei und ließ dabei seinen Streitkolben auf ihn niedersausen. Mit Mühe konnte Drundyr den Schlag abfangen; zu seinem Glück hielt sein Gegner nicht an, das Werk zu vollenden. Der benommene Stadtobere wäre ein leichtes Opfer gewesen. Kurz darauf rannte aus einer anderen Gasse eine Schar nur leicht gewappneter Seekrieger herbei; als sie Drundyr erkannten, unterstellten sie sich seinem Befehl. Der gab Befehl, sich kämpfend zu den Schiffen zurückzuziehen, um dort die Verteidiger im Schutz derer Katapulte zu sammeln. Doch der Kampf an den Liegeplätzen war zwar heftig, aber kurz. So dicht folgten die Feinde den kriegorischen Soldaten, dass keine Zeit zum Aufbau einer wirksamen Verteidigungsstellung blieb.

Etwas über hundert der Marinesoldaten schafften es unter Führung des nun aus mehreren Wunden blutenden Drundyr an Bord ihrer Schiffe, dicht verfolgt von den siegreichen Angreifern. Als eines der Schiffe in Flammen aufging, lichteten die anderen ihre Anker. Zwei schafften es, die äußere Hafeneinfahrt zu passieren, das dritte jedoch war schon von Angreifern geentert worden, die von den Kaimauern entlang des Kanals an Bord sprangen. In den heftigen Kämpfen an Deck rammte es zuerst die Außenmole, gleich darauf stürzten die Rahen an Deck und erschlugen Freund und Feind gleichermaßen. Unter Axthieben gingen die Steuerleute zu Boden. Das Wrack drehte sich in der Hafeneinfahrt quer und versperrte so dem letzten Schiff die Flucht, dessen Deck nun von Feinden überflutet wurde, die es von den Hafenmolen aus enterten.
Streitbar

Flagge der Angreifer

Der Möglichkeit zur Flucht wie zum Sieg gleichermaßen beraubt, streckte die Mannschaft die Waffen.

Aus den Berichten der Entkommenen konnte das kriegorische Oberkommando schließen, dass noch rund 500 Kriegorier von den Feinden lebend gefangen genommen worden waren, davon aber mehr als ein Sechstel mit schweren Verletzungen. Zwei Schiffe konnten die Angreifer im Hafen übernehmen, von denen eines aber größere Reparaturen brauchen dürfte, bevor es wieder auf See hinaus fahren kann; ein weiteres Schiff ist brennend im Hafen gesunken. Der Rest der Verteidiger muss wohl als gefallen betrachtet werden.

Die Verluste der Angreifer waren zwar ebenfalls hoch, doch betrugen sie nach ersten Schätzungen wohl nur etwa ein Drittel der kriegorischen; die verbleibende Mannschaftsstärke wird von den Berichterstattern sehr unterschiedlich zwischen etwas mehr als 1600 und gut 2100 geschätzt, die aber – darin sind sich alle einig – wie Berserker gekämpft hätten, mit Streitäxten, Beidhändern und Spießen.

Über Eboria aber weht nun die schwarze Flagge der Eroberer, die in der Mitte ein seltsames, unbekanntes Symbol trägt.


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