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FEIDRA - FEUERELFEN AUS SILUR

Beschrieben von Otwela von Memmering, Ulf- da- Echorsa der Kulturechorsa Silurs

Die Feidra sind Elfen, die kurz vor Ende des Goldenen Zeitalters ihrer Rasse aus der Mitte ihres Volkes vertrieben wurden, da sie sich mit Marlitha eingelassen hatten, die ihnen durch einen verderblichen Zauber ihre Leiber nahm und sie in lebendige Feuer verwandelte und so Unheil über das Volk der Elfen brachte.

Als Marlitha sie verführte, wandte sich Chnum von ihnen ab. Noch immer versuchen einige seine Gnade erneut zu erringen. Andere haben sich Anur, dem lichten Feuergott, und seiner Zwillingsschwester Pura, der Göttin der Tränen, genähert.

Wegen ihrer Gestalt verstoßen, schworen sie allen Einflüsterungen der Finsternis ab und wandelten fortan getrennt von ihrer Rasse durch die Wälder, die ihren brennenden Leibern Nahrung gaben, traurig, um ihres Überlebens willen die Bäume zu zerstören, die sie liebten. Endlich kamen sie nach langer Wanderung an die Küste der Weiten See, wo es ihnen gelang, ein Volk von Seefahrern trotz ihres erschreckenden Aussehens von ihrer Harmlosigkeit zu überzeugen, so dass jene bereit waren, sie in feuerfesten Gefäßen nach Silur zu bringen. Ein Vulkan konnte dort mit seinen brennbaren Ausdünstungen ihre Lebensgrundlage sein. In Silur richteten sie sich in den Schwefelgruben an den Hängen des Bel-Arads ein, abseits der geliebten Wälder, die ihr Feuer zerstören würde, entschlossen, ein von allen Völkern gesondertes Leben zu führen, als Feuerelfen.

Mit den Lavakindern, den zu Urzeiten von Sial und Sima beauftragten Wächtern des Bel-Arad, und den später auf der Insel eintreffenden Katary, lebten sie in einem formlosen, friedlichen Nebeneinander, da alle Völker gering an Zahl waren. Über ihr Verhältnis zum Ersten Volk Silurs, den Baumeistern von zahlreichen Stelen und Steinkreisen, ist nichts bekannt.

Einzelne Fischer und Robbenjäger waren die ersten Menschen, die zeitweise auf Silur wohnten. Doch legten sie keine dauerhaften Siedlungen an, und sie drangen nicht in das Innere der Insel vor, so dass die Vulkanelfen isoliert von dem Rest Myras eine eigene Kultur schufen. Mit dem beschränkten Vorkommen brennbarer Stoffe mussten sie ihr Bevölkerungswachstum einschränken, so dass nie mehr als 500 Feidra auf Silur lebten. Trotz Marlithas Fluch sind die Feuerelfen wie andere Elfen auch langlebig, es sei denn, ein Unfall oder ein Kampf setzen ihrem Leben ein Ende. Allerdings sind ihre feurigen Körper kaum verwundbar. Häufiger erlöschen sie durch Wasser oder Mangel an brennbarer Nahrung.

Schon bald nach ihrer Ankunft auf Silur, nachdem sie der Sorge um den Nahrungsnachschub enthoben und den Gefahren der Wanderung entronnen waren, begannen die Feidra, ihre Kunstfertigkeit im Schmelzen von Krystall und Keramik und im Formen von Metall zu erproben. Es dauerte Jahrzehnte, die richtigen Rezepturen zur Herstellung von farbigen und klaren Krystall, von bunter Keramik und von bruchsicheren Stählen zu entwickeln. Doch ihre Erfahrung wuchs im Laufe der Zeit. Sie lernten, ihre glühenden Körper zum Formen der Rohstoffe einsetzten und wurden zu hervoragenden Schmieden, Krystallern und Keramikern.

Unbeeindruckt vom Lauf der Zeiten wendeten sie hundertfache Mühe auf, nur um winzige Verbesserungen zu erreichen, und weil ihre Kenntnisse nicht abnahmen, sondern mit jedem Experiment wuchsen, schufen sie Wunderdinge. Als ihre vollkommensten Werke gelten die Großstücke der Vierten Qualität, welche zugleich die größten Schätze sind, welche es auf Silur gibt.

Durch das Volk König Jermais, welches rund 50 Jahre nach Pondaron Silur in Besitz nahm, wurde die Insel vollständig und dauerhaft von Menschen besiedelt. Die Feidra betrachteten sie zunächst von der hohen Warte ihrer künstlerischen Vollkommenheit als eine Art tölpelhafter Stümper. Mit beginnenden Kontakten nahmen sie jedoch die Vorteile an, welche der Handel der Menschen bot. Bald tauschten die Feidra die Erzeugnisse ihrer Handwerkskunst gegen begehrte Rohstoffe und Kostbarkeiten fremder Länder, ohne selber das verabscheute Risiko des Reisens über Wasser auf sich nehmen zu müssen.

Bald schon begannen die Feidra für die monotone und gefährliche Arbeit des Erzabbaus und der Rohstoffgewinnung menschliche Arbeiter anzuheuern. Die erlernten von den Feuerelfen handwerkliche Fertigkeiten und verdienten als Arbeiter wesentlich mehr als in der Landwirtschaft und in der Fischerei. Trotzdem kommt kein menschlicher Arbeiter Silurs den Feidra nahe.

So sieht das Verhältnis der Feidra und Menschen heute aus: Die Feidra fertigen als Meisterschmiede, Krystallschmelzer und Keramiker kostbare Werkstücke, welche die Menschen kaufen und exportieren. Von den eingeführten Luxuswaren und Rohstoffen nehmen die Feidra einen großen Teil ab. Die Menschen gewinnen durch den Zwischenhandel und arbeiten in den Bergwerken und Erzwäschen. Mit gewisser Berechtigung betrachten sich die Feidra den Menschen als kulturell überlegen. Wenn sie dennoch den König von Silur als ihren Herrscher anerkennen und einen gewissen Kontakt mit den Menschen pflegen, ist dies durch ihre Abneigung gegen das Treiben der Welt, gegen Gefahren aller Art und gegen Kriege begründet. Ebenso erachten sie politische Macht als gefährlich und überflüssig, als die künstlerische Entfaltung lähmend, als Ursache aller Unglücke dieser Zeit. So sind die Silurer ihnen gewissermaßen das kleinere Übel gegenüber anderen, die sich möglicherweise in ihre Angelegenheiten mischen könnten. Ihre Vertretung im Amon-Gawaith, dem Kronrat Silurs, ist eher passiver Natur.

Wenn das Verhältnis zwischen Silurern und Feidra dennoch freundlich ist, mag das daran liegen, dass beide Völker aufeinander angewiesen und durch prosperierenden Geschäfte verbunden sind. Auch wenn den Feidra der silurische Staat mit Königtum und Armee fremd ist und die Silurer wenig Verständnis für die philosophische und passive Gesellschaftsordnung der Feuerelfen haben, auch wenn beide Völker verschiedenen Göttern anhängen und ihre Körperform unterschiedlicher kaum sein könnte, leben beide Nationen seit mehr als 350 Jahren friedlich miteinander.

Die Feidra werden von den Ältesten der Hohen Familien regiert. Die Ältesten haben Sitz und Stimme im Amon-Gawaith, dem Kronrat Silurs. Allerdings üben sie ihr Mandat nur selten aus. Die gegenwärtigen (437 n.P.) Ältesten sind Askja Elmsfeuer, Smorja Dunglut und Kalmull Bannstrahl.

Die Feidra begleiteten, wie die Katary, die menschlichen Silurer ins Exil nach Yslannad. Um ihre Umgebung, vor allem die hölzernen Schiffe, vor ihren brennenden Körpern zu schützen, reisen sie in Ferauten, Bronzegefäßen auf Basaltsockeln mit Fenstern aus Krystall.

Die Entstehung der Feidra ist in der Geschichte "Der Ursprung der Feidra, wie er von ihnen selbst erzählt wird" festgehalten.


1. NACHTRAG

Seit dem schändlichen Überfall der Finstermächte auf Silur im Jahr des Feuers hat sich das Verhalten der Vulkanelfen verändert. Mit dem Verlust ihrer Heimat und der gefährlichen Seefahrt ins Exil wurden sie von großen Zorn erfüllt. Besonders den die Spinnengöttin Marlilith verehrenden Dunkelelfen gilt ihr Hass. Stets fordern sie vom König Silurs neue Anstrengungen, diese Feinde vollständig zu vernichten.

Otwela von Memmering, am 5. Tischri 412 n.P.

2. NACHTRAG

Vor einigen Monden haben die Feidra in einer Bulla König Ragall von Silur gebeten zu bedenken, dass die Elfen Brüder sind. Das Wissen Silurs um die Feidra erscheint unvollständig, angesichts dieser überraschenden Kehrtwende. Vielleicht gab es jüngst Kontakte zwischen den Elfenvölkern und eine gemeinsame Geschichte, welche wir noch nicht kennen.

Otwela von Memmering, am 1. Siwan 437 n.P.

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