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Die Festwoche zu Ehren Chnums: Siebentage zum Fest der Einheit Bearbeiten


Einmal im Jahr, in der Woche vor dem 17.Tewet, beginnt das Fest der Einheit. Dieses Fest beruht auf Überlieferungen aus längst vergangenen Zeiten. Man sagt, als die ersten Elfenfamilien im Tal des Lebens eintrafen, hätten sie Chnum in diesen Tagen für seine Güte und Barmherzigkeit gedankt, und ihm zu Ehren bis zu seinem Festtag nur gefeiert - ein Fest als Dank und Opfer an Chnum. Dieses Fest wird schon seit Elfengedenken aus der Staatskasse bezahlt und natürlich auch vom Rat der Elfen und seinem Ersten Rat unterstützt. Alle Schauspieler und Schausteller Taron don Umns und alle fahrenden Sänger und Barden aus dem Tal des Lebens kommen aus dem In- und Ausland in dieser Woche zur Hauptstadt Danann um sich dort ein Stelldichein zu geben.

Das gesamte chnumgläubige Volk aus dem Inland, egal ob Elf, Mensch oder sogar Zwerg, ist eingeladen dem Schauspiel zu folgen. Alle Ausländer und Andersgläubige sind ausgeladen... Da dieses Fest zu Chnums Ehren stattfindet, kommen alle Elfen und viele Menschen, die es irgendwie ermöglichen können, in dieser Zeit Es kommen in dieser Woche sogar einige Zwerge in die Hauptstadt der Elfen, obwohl sie nicht so gerne gesehen werden, aber es sind zumeist dem Chnumglauben nahestehende Hügelzwerge, die nicht im Inneren des Berges leben, die gerade erst ´volljährig´ geworden sind. Es heißt, jedes Jahr kämen etwa 90% der Elfen, 60% der Menschen im Tal und 10% der Zwerge, also alle die Mittel und Wege fänden, zu dem Fest. Diese Zahlen mögen etwas übertrieben scheinen, spiegeln jedoch die allgemeine Begeisterung für dieses Fest in Taron don Umn richtig wieder.


Sicher ist, daß alle Menschen und vor allem Elfen, die es für diese Woche nicht schaffen, sich zur Hauptstadt zu begeben, dort feiern, wo auch immer sie sich befinden - und diese ländlichen Feste sollen keineswegs weniger fröhlich oder weniger ausgiebig sein als in der Hauptstadt. Es heißt sogar, die ländlichen Feste kämen in manchen Formen den ursprünglichen Feiern früherer Jahrhunderte, etwa in der Fruchtbarkeit für die Felder, noch näher. Natürlich ist es nicht einfach, für so viele Unterkunft und reichhaltige Verpflegung bereitzustellen, doch wird das Fest ja aus dem Schatz des Landes mitbezahlt. Es heißt, es seien schon bis zu 50.000 Goldstücke für diese Festwoche gezahlt worden, um sie in wirklich festlichem Rahmen durchführen zu können.
Der Ablauf des "Festes der Einheit" ist wie folgt: Am ersten Tag der Siebentagsperiode gibt es die feierliche Festwochenandacht, die von der höchsten Priesterin Chnums im Tal, Leschij Ralima Merlek, abgehalten wird. Im Anschluß daran finden noch den ganzen Tag lang Meß- und Opferfeiern statt. Wer ein Anliegen an Chnum hat, bringt seine Opfer für diesen ersten Tag mit, um hernach unbeschwerter feiern zu können. Am zweiten bis sechsten Tag tragen die Schauspieler ihre zum Teil selbstgeschriebenen Stücke vor, die Schausteller zeigen ihre Künste und vielleicht manches seltsame Tier, das sie irgendwo aufgegriffen und gezähmt, nie aber gefangen haben. Die Barden und fahrenden Sänger singen ihre neuen und alten Lieder, in denen auch Lob und Kritik für den Hohen Rat oder seinen Sprecher sowie einzelne Führer der Elfen behandelt werden. Sie verkünden ihre Sagen und Geschichten und lehren sie alten Weisheiten in ansprechender Form. Gegen Abend des sechsten Tages, nachdem die Vorstellungen zu Ende gegangen sind, zeigen sich der Rat der Elfen und sein Erster Vertreter gemeinsam dem Volk. Danach findet ein großes Festbankett für alle Anwesenden statt, bei dem vor allem warmer Kräuterzwiebelkuchen und frischer Landwein von den Oklishängen im Tal des Lebens gereicht wird. Nach alter Überlieferung ist dies zugleich das erste Mahl, das die eingewanderten Elfen im Tal zu sich nahmen. An allen sechs Abenden wird zum Tanz aufgefordert, was zumeist gar nicht nötig ist, weil man die meisten Elfen nicht zum Tanz auffordern muß - er liegt den Elfen im Blut. Nur am sechsten Abend aber ist es allen in den letzten zwölf Monden volljährig gewordenen Jugendlichen der drei Rassen vorbehalten, den ´Tanz des Erkennens´ zu tanzen, um dann anschließend die darauf folgende Nacht miteinander zu verbringen... Es heißt, das dies auch die Nacht sei, in der Chnum selbst ´geboren´ wurde. Viele Elfenbarden singen noch heute davon, wie sich Himmel und Erde vereinten um den großartigen Chnum hervorzubringen.
Der siebte Tag der Siebentage ist Chnums eigentlicher Feiertag. An diesem Tag werden ausschließlich Feierlichkeiten zu zu Ehren Chnums und Hochzeiten abgehalten. Die Feierlichkeiten bestehen aus Meßfeiern und Andachten, die in der alljährlichen Aufführung des Hoftheaters "Die Entstehung" gipfeln. Diese Aufführung dauert bis tief in die Nacht hinein und schließt die Festwoche ab. Das Stück "Die Entstehung", halb Theater, halb kultische Handlung, wird auf einem der Hauptstadt Danann nahegelegenem Hügel aufgeführt, damit es jeder sehen kann, und handelt von der Lebens- und Leidensgeschichte der Elfen (wobei seit noch nicht allzulanger Zeit die Geschichte der Menschen und Zwerge seit ihrem Eintreffen im Tal miteinfließt) unter Chnums wohltätigem Einfluß und im Schutze seiner barmherzigen Hand, bis zum heutigen Tag. Denn Chnum ist der Beschützer der Menschen und Elfen, und so wie er uns bisher geschützt hat, soll und wird er uns auch in Zukunft schützen...

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  • (zuerst erschienen in MBM11 - Kulturtaschenbuch Elfen - Seite 22-28)
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