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Fronjas Entscheidung – Ereignis zu Beginn des Dunklen Zeitalters

Das Schicksal meint es wahrhaftig nicht gut mit der Tochter des Kometen. Zuerst eingeschläfert, dann für geraume Zeit krank und schwächlich, auf dem Höhepunkt der ALLUMEDDON-Katastrophe von der Seite des geliebten Mannes gerissen, Mutter eines Kindes mit seltsamen, furchterregenden Begabungen… und nun taucht Mythor mit einer vertrauten Gefährtin auf, zu allem Überfluß in Begleitung des Kriegers Gorgan, Vangas Erzfeind.

Und jetzt Vangas Angebot: als Nachfolgerin einer zweiten namenlosen Zaubermutter soll Fronja aufgenommen werden in den Kreis der Zaubermütter. Was die Tochter des Kometen am liebsten täte, ist ihr sofort bewußt: mit Mythor und Lichtkind irgendwo in Ruhe und Frieden leben. Diese Lösung aber scheidet aus; die Ereignisse spitzen sich zu, und da kann sich die Tochter des Kometen nicht aufs Altenteil zurückziehen.

Bei Mythor bleiben? Dem steht Ilfa im Wege, an deren Zuneigung für Mythor auch Fronja nicht zweifelt. Den Mann mit Ilfa zu teilen, kommt für Fronja nicht in Frage, einmal ganz abgesehen davon, daß Mythor dem nicht zustimmen könnte, will er nicht als lächerlicher Popanz unter Gorgons Herrschaft leben. Mit Ilfa kämpfen, auf Leben und Tod? Solche Verrücktheiten überlassen Vangas kluge Frauen den Männern der Nordwelt. Außerdem würde dieses Verfahren nur ein Problem lösen und zugleich drei neue aufwerfen.

Und da ist Lichtkind, Fronjas Tochter. Ein wenig unheimlich ist Fronja ab und an zumute, wenn sie an ihr Kind denkt – Lichtkind ist ein ganz besonderes Geschöpf, das kann jedermann spüren. Die Namenlose wollte Lichtkind als Werkzeug mißbrauchen, und auch bei Vanga ist sich Fronja nicht sicher, welche Pläne die Hexe mit ihrer Tochter hat. In keinem Fall wird Vanga zulassen, daß Fronja ihr Kind mitnimmt – und Lichtkind in Vangas Obhut zu belassen, erscheint Fronja als grauenvolle Vorstellung.

Fronja hat Vanga erlebt und auch Gorgan. Sie weiß: wird das Schicksal Vangors allein den Rachegelüsten dieser beiden überlassen, wird Vangor in einem Meer von Blut und Gewalt ertrinken. Blindwütig in ihrem wechselseitigen Haß sind die beiden. Von Mythor weiß Fronja, daß er kein Schlagetot ist; zwar versteht auch Mythor sich kämpferisch durchzusetzen, aber er kennt auch andere, weniger gewaltsame Mittel und Wege, seine Ziele zu erreichen.

Wenn Mythor bei Gorgan bleibt, wie Fronja vermutet, kann er auf den Krieger vielleicht einen besänftigenden Einfluß ausüben. Die Aussichten sind nicht sehr rosig, das hat Fronja während des Singara-Abenteuers gemerkt: in Gorgans eisenklirrender Gedankenwelt haben geschmeidige Männer wie Mythor kaum Platz. Doch Fronja gibt die Hoffnung nicht auf. Von sich selbst erhofft sie sich einen mildernden Einfluß auf Vanga. Auch die Hexe braut an Racheträumen gegen Gorgan herum und vergißt in der zauberischen Einsamkeit ihrer gedanklichen Hexenküche mitunter, daß auf Vangor nicht nur Hexen und Krieger leben, sondern auch Bauern, Jäger und Fischer, die ganz andere Sorgen haben als den Zwist zwischen Vanga und Gorgan.

Fronjas Entscheidung steht damit fest. Als Zaubermutter Zonja wird sie alles daran setzen, der Südwelt Frieden und Glück zu bringen und deren Menschen das kriegerische Gemetzel mit der Nordwelt zu ersparen.

Ob irgend jemand diese Entscheidung gebührend würdigen wird? Schwerlich. Ilfa wird sich freuen, Mythor erleichtert sein; ansonsten wird niemand bemerken, daß Fronja ironischerweise gerade in dem Augenblick ihre Größe und Ebenbürtigkeit zu Mythor unter Beweis stellt, indem sie auf ihn verzichtet. Aber wer weiß – vielleicht hält der Schoß der Zukunft für Fronja auch noch ein anderes Los bereit…?

Mythor-Fundort: 187
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