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Die Halle der Schreine

Die Halle der Schreine ist grob halbkreisförmig in den Fels geschlagen. Die Rückwand ist aus grobbehauenen Steinen, die beim Herausschlagen der Halle anfielen.

Im Zentrum des Halbkreises steht eine große, unverzierte kupferne Feuerschale, deren Feuer Tag und Nacht unterhalten wird - eine Aufgabe, die ebenso wichtig ist und mit ebensolcher Sorgfalt gehandhabt wird wie die der Labyrinthwächterschaft. In die Felswand um die Schale herum sind insgesamt acht Nischen geschlagen, von denen eine - die rechteste - deutlich von den anderen abgesetzt ist. Jede Nische enthält eine Statue auf einem niedrigen Steinpodest, in das ein Zeichen gehauen oder eingelassen ist. Der durch das mit Pech und Holzkohle genährte Feuer ständig im Raum schwebende beißende Rauch macht das Ansehen der Statuen manchmal schwer und mag auch dazu führen, daß sich die eine oder andere Statue zu bewegen scheint...

Die erste Statue von links zeigt einen Mann mitlleren Alters in Wanderkleidung und mit einem Wanderstab in der Hand. Sein Blick ist in die Ferne gerichtet. Das Podest, auf dem er steht, trägt als Zeichen eine Eule. Auf dem zweiten Podest stehen zwei Statuen: ein Mann und eine Frau. Der Mann ist kräftig und in befehlsgewohnter Haltung dargestellt, während die Frau eher einen ruhig-gelassenen, fast mütterlichen Eindruck macht. Um ihre Mundwinkel spielt ein leichtes Lächeln. Obwohl die beiden Figuren offensichtlich zusammengehören, berühren sie sich nicht. Das Zeichen auf ihrem Podest ist ein Paar Widderhörner, zwischen denen eine Mondscheibe ruht.

Die nächste Statue ist das Abbild einer jungen Frau in einem langen, fließenden Gewand mit weiten Ärmeln, die einen Vestran-Sprößling in ihren Händen hält (Vestran: Baum, dessen Rinde heilende Wirkung hat - Anm.d.S.). Das Podest zeigt eine Siljenblüte (Siljen: eine verbreitete Heilpflanze - Anm.d.S.).

Auf dem vierten Podest stehen wiederum zwei Statuen: Ein Mann und eine Frau mit ähnlichen Gesichtszügen, Rücken an Rücken, fast (?) verschmolzen, aber in entgegengesetzte Richtungen schauend. Das Podest zeigt eine enge Doppelspirale.

Es folgt die Statue einer Jägerin mit einem Falken auf dem rechten Arm, die Linke dem Betrachter einladend entgegengestreckt. In das Podest ist ein silbernes Schwert eingelassen.

Die nächste Statue zeigt eine junge Frau mit offenen, langen Haaren, die in der rechten Hand einen blühenden Zweig darbietet. Dieser ist auch auf dem Podest abgebildet.

Auf dem vorletzten Podest findet sich das Abbild einer Frau, die in einen langen, samtigen Kapuzenumhang gehüllt ist und liebkosend eine Katze in ihren Armen hält. Ihr Blick ist aufmerksam und scheint dem Betrachter stets zu folgen. Das Podest zeigt die Katze in sitzender Haltung, und auch ihre eingelassenen grünen Jadeaugen bleiben stets fest auf den Betrachter geheftet.

Die letzte Nische ist wesentlich weiter von den ersten sieben entfernt als diese untereinander. Sie birgt die Statue einer völlig verhüllten Gestalt, die aus schwarzem Gestein vermutlich vulkanischen Ursprungs gearbeitet wurde. In ihr Podest ist ein schwarzes Sechseck eingearbeitet.

Die Statuen sind in ihren Nischen stets so ausgerichtet, daß keine die anderen sehen kann. Die einzige Ausnahme bilden die erste und die letzte Statue: Ihre Augen begegnen sich in dem Augenblick, in dem das Feuer niederbrennt oder gar erlischt.
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