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Haus der Worte - Schule

Die Schule der Barden in Taphan, der Hauptstadt von Taphanac auf Corigani.

Geleitet wird sie vom jeweiligen Jaslyn (dem Hüter der Laute). Im Jahr des Drachen ist das Yantawon Taslei.


Das Haus der Worte in Taphan Bearbeiten

(von Yantawon Taslei, Jaslyn von Taphan und Leiter des Hauses der Worte)

Die Bardenschule Taphanacs, das „Haus der Worte“, liegt am inneren Ring im Segment 5 von Alt-Taphan. Der Bau erinnert mit seinem halbrund überhöhten Mittelteil an ein aufgeschlagenes Buch (die seltenere, weil aufwendiger zu bindende Form der Rindenschriften). Entlang der Außenfront sind zwischen den Lichtschlitzen Tafeln mit Werken und Thesen berühmter taphanacscher Barden und Dichter angebracht; außerdem finden sich hier Ankündigungen für Lesungen, Aufführungen und sonstige öffentliche Veranstaltungen.
Tritt man durch das Doppelportal, so gelangt man zunächst in die Halle der Lettern (1), in deren hölzerne Bodenplatten in zufälliger Anordnung Buchstaben eingearbeitet sind. Unter den jüngsten Besuchern und Schülern ist es ein beliebtes Spiel, sinnvolle und möglichst lange Wörter „abzuspringen“ – der dabei entstehende Lärm erregt allerdings schnell den Unmut der Ausbilder und Älteren. doch auch für jene hat die Halle ihre Bedeutung: Das halbrunde Bastdach ist zwar gegen regendicht, aber die besondere Flechttechnik läßt doch immer wieder einzelne Sonnenstrahlen ins Innere dringen. Schon manchem Barden – Schüler und selbst Meister – soll das Spiel des Lichts auf den Buchstaben die Worte regelrecht in das Bewußtsein gestrahlt haben. Am jenseitigen Ende der Halle führt ein weiteres Portal ins große Auditorium (2), auf dessen Bühne nicht nur Dramen aufgeführt, sondern auch Lesungen und Rezitationen abgehalten werden. Die Sitzplätze sind in Komfort und Preis unterschiedlich ausgelegt: rechts und links der Bühne lange Bänke für die Schüler (für welche der Besuch in aller Regel als Teil der Ausbildung verpflichtend und daher kostenlos ist); schräg zu ihr in Dreiergruppen die Sperrsitze für weniger begüterte Bürger, und in der Mitte bequeme (und recht kostspielige) Einzelsessel. Die Logen für die Herrscherfamilie und die Meister der Schule befinden sich im Obergeschoß, wie auch die Quartiere für Lehrmeister und Gäste. Man erreicht sie, wie auch die Schlaf- und Arbeitsräume der Schüler im Untergeschoß, über die Treppenhäuser (6).
Die linke Hälfte des Gebäudes wird von der Bibliothek (3) eingenommen. Ihr Hauptsaal (3a) ist tagsüber auch öffentlich zugänglich; im Sonderarchiv (3b) lagern seltene und empfindliche Rollen, und der Zugang ist nur mit vorheriger Genehmigung durch Taphans oberste Bibliothekarin Aranta Salotlea gestattet, der die Obhut über die Bibliothek im Haus der Worte ebenso obligt wie über die Stadtbibliothek. Ein Aufseher im Vorraum (3c) registriert die Besucher und steht für Anfragen zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Bibliothek liegt natürlich auf Dichtkunst und Literatur, doch zur Inspiration der Schüler finden sich hier auch Mythensammlungen, Geschichtswerke, selbst politische und religiöse Essays – und natürlich Wörterbücher, Stilschulen, Grammatiken etc.
Im rechten Teil befinden sich die Unterrichtsräume: einer für die Unterstufe (4), einer für die Ober- (5a) und zwei für die Mittelstufe (5b) (siehe hierzu auch den Abschnitt „Die Ausbildung im Haus der Worte“), sowie ein besonders schallgedämpfter Raum (5c), der für das Tarining des Stimmvolumens genutzt wird – unter den Schülern ist er als Kammer der Wunden Kehlen bekannt. Die Unterrichtsräume sind während der Stunden für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, können allerdings für Diskussionsforen und ähnliches angemietet werden, wenn sie nicht belegt sind. Das Haus der Worte erhält eine regelmäßige Unterstützung durch den Palast, so daß das Lehrgeld relativ gering bleiben kann. Auch hat es sich eingebürgert, daß Barden, die durch die Schule zu einem guten Auskommen gelangt sind, dieser gelegentlich eine Spende zukommen lassen. Durch die zusätzlichen Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Leihgebühren für Schriften u.ä. ist es sogar möglich, talentierten Kindern ärmerer Familien eine kostenlose Ausbildung zu ermöglichen. Im Allgemeinen ist somit der alte Lehrsatz, Dichtkunst sei zwar nahrhaft für die Seele, nicht aber für den Magen, in Taphan widerlegt.

Die Ausbildung im Haus der Worte Bearbeiten

Die eigentliche Ausbildung im Haus der Worte dauert vier Jahre, wobei Kinder, die den Wunsch und die Begabung zeigen, oft schon in früher Jugend in der Bardenschule ein- und ausgehen, um einen ersten Eindruck zu erhalten.
Frühestens mit 12 und in der Regel nicht später als mit 16 Ssakat werden die Schülerinnen und Schüler in die Ausbildung genommen, und zwar zwanzig pro Lehrjahr, das im Tammus beginnt. Das erste Jahr – die Unterstufe – findet der Unterricht im großen Verband statt: zwanzig Schüler, ein Meister, und ein Tutor aus dem dritten oder vierten Jahr. Nach diesem Jahr, in dem ihnen die Grundbegriffe der Dichtkunst und -theorie nahegebracht werden, wird die Klasse in einen poetischen und einen bardisch/dramatischen Zug geteilt. Die Klassengröße beträgt dann, den Meister eingerechnet, einmal elf, wo sie vorher zweimal elf betrug (die Zahl Yawannyes ist in Taphanac fast allgegenwärtig). Die Schüler werden zwei Jahre lang in die Feinheiten ihrer jeweiligen Kunst eingeweiht – entweder Dichtung/Literatur im „reinen“ Sinn, oder Dichtung zur Musik/Singen und Begleiten/Schauspiel.
Die Oberstufe schließlich besteht nur noch zur Hälfte aus Unterricht im eigentlichen Sinne, die andere Hälfte der Zeit verbringen die Schüler im Selbststudium, mit der Vorbereitung ihrer Abschlußarbeit und der praktischen Darbietung ihrer Fähigkeiten in Tavernen und auf Stadtbühnen (deshalb reicht für die Oberstufe auch ein Klassenraum aus, der im Wechsel von beiden Zügen genutzt wird).

Man muß sagen, daß die Schüler in diesen vier Jahren nicht gerade „in Einhornwolle gepackt“ werden, wie man bei uns sagt. Doch wir bemühen uns, sie zu fordern, aber nicht zu überfordern. Zwar hat schon mancher im Haus der Worte Momente erlebt, in denen er die Laute oder den Schreibzweig am liebsten an die Wand geworfen hätte – aber solche Momente gibt es schließlich überall. Kritik ist die Speise des Poeten, die ihn nährt und stärkt – Applaus ist nur Naschwerk, das in Maßen genossen werden muß. Ich kenne jedenfalls keinen Absolventen unseres Hauses, der anschließend nicht gelernt hätte, Kritik als Ansporn zu nehmen, anstatt als Beleidigung. – Aber vielleicht macht mich auch das Alter strenger, als es nötig wäre (aus diesem Grund beschränke ich meinen Unterricht zumeist auf die Oberstufe; meine sanfteren Kollegen und Kolleginnen können die Schüler dann langsam darauf vorbereiten, was sie am Ende ihrer Ausbildung erwartet).
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