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Hentha - Grosser Tempel der (Dena als) Hen in Bagunda auf Karcanon.

Einer der letzten großen Wallfahrtsorte der Hen-Gläubigen liegt bei einem abgelegenen Weiler namens Hentha, etwas abseits des Bugand irgendwo zwischen Rubria und Agrimonia. Einem unbedarften Reisenden, der sich unwahrscheinlicherweise in diese Gegend verirrt hat, wird vielleicht nur auffallen, dass in diesem Dorf die älteren Frauen das Sagen zu haben scheinen – aber das ist auf dem Land auch andernorts gelegentlich der Fall. Nicht weit jedoch von diesem Dorf befindet sich ein kleines, immergrünes Wäldchen, das jedes Frühjahr und jeden Herbst zur Tag-Nacht-Gleiche Ziel von Pilgerinnen aus ganz Althea, Rubrikon und der Kalampe ist. Dort, wo an der dem Dorf zugewandten Seite dieses heiligen Hains ein kleiner Bach den Hain verläßt, finden unter Leitung der einheimischen Priestermütter die jeweiligen Zeremonien der Saison statt. Danach füllt jede der Pilgerinnen einige mitgebrachte Schläuche mit dem als heilkräftig geltenden Wasser des Bachs ab. Nur wenigen Auserwählten aber wird erlaubt, den Wald selbst zu betreten.

Ein einziger gangbarer Pfad führt parallel zu dem Bach zum Herz des Waldes, um dort am sandigen Strand eines Waldsees zu enden, der sich in beiden Richtungen von der auserwählten Pilgerin wegschwingt und die Form eines Sichelmondes annimmt. Zwischen den ausgeprägten Hörnern dieses Mondsees befindet sich gegenüber dem Ende des Pfades eine Landzunge mit einem riesigen Lorvan, der alle anderen Bäume des Waldes um das doppelte überragt – die Mutter des Waldes genannt. Denn so selten Lorvans auch sonst im Lande sind, besteht dieser Hain doch anscheinend ausschließlich aus immergrünen Lorvans, die abgesehen von dem einen, holder- und wildrosengesäumten Pfad ein undurchdringlich zusammenhängendes Dickicht bilden. Lediglich entlang des Waldrands können sich einige Wildkirschen, Heckenrosen und Hagebuttensträucher halten.

Ein Seil überspannt den See vom Pfad bis zu einer Anlegestelle unterhalb des Mutterlorvans; daran ist mittels einer Seilrolle ein Nachen eingehängt, in dem die Pilgerin von einer der Priesterinnen zur Initationsstätte am Lorvan gebracht wird, von wo sie dann selbst als Novizenpriesterin der Hen zurückkehren wird. Welche Riten bei dieser Gelegenheit dort nun aber stattfinden, ist ein wohlgehütetes Geheimnis der Priesterinnen. Bekannt ist nur, dass sie eine Vollmondnacht lang dauern und die angehende Priesterin den Ort beim folgenden Neumond erneut aufsuchen muß, um die Weihe zu vollenden.

Dieser Heilige See wurde nun Teil eines größeren, ummauerten Tempelbezirks. Die Mauer umschliesst den gesamten Lorvanwald sowie einige angrenzende Wiesen und Felder. Am Zugang zum Hain wurden Pilgerheime, Speisehallen und Wohnheime für Novizinnen und Mutterpriesterinnen errichtet. Der Pfad zum See wurde mit Marmor gepflastert, mit Randsteinen aus einem seltenen silbergrauen Sandstein aus dem Tal der Kalampe. Am Seeufer wurde eine Gebets- und Weihestätte für die Pilgerinnen errichtet, wobei der immergrüne Lorvan so wenig wie möglich zurückgeschnitten und soweit wie möglich in die Architektur integriert wurde. Unter dem Mutterlorvan auf der gegenüberliegenden Seeseite befindet sich nun ein Pavillon aus durchbrochenem Marmor und Alabaster. Da dieser Platz nur von der Hen geweihten Frauen betreten werden darf, wurde dieser Pavillon aus von den Steinmetzen fertig vorbereitet angelieferten Steinen und Säulentrommeln durch die Priesterinnen und Novizinnen selbst errichtet.

Innerhalb des Tempelbezirks wurde auch ein kleiner Waffenhof errichtet, wo die (weiblichen) Tempelwachen untergebracht sind und ihre Ausbildung erhalten.

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