Der Herrscher von Silur trägt den Titel König. Gegenwärtiger (435 n.P.) Amtsinhaber ist König Ragall von Silur.
Arvesta Borlinga[]
Arvesta Borlinga, Pal- da- Echorsa der Kulturechorsa Silurs beschreibt im Jahre 435 n.P. die Anforderungen an einen König folgendermaßen:
Der König ist der Regent Silurs. Grundlage seiner Herrschaft ist das Königsheil, das mit seiner Familie verbunden ist und allein ihn befähigt allen Angelegenheiten des Staates Silur stets in rechter Weise zu genügen.
Wahrhaft vielfältig sind die Anforderungen an einen rechten König. Er sei weise, dass er sein Volk stets vernünftig regiere; er sei gerecht, dass er niemanden bevorteile; er muss stark sein, um die Schwachen seines Landes zu stützen; ein Krieger soll er sein, um sein Heer im Kampfe anzuführen; klug und milde, freundlich und liebend sei der König.
Vielfältig sind die Aufgaben des Königs von Silur. Die Länder Morossos, Wes- Ersor und Dravorlid gehören ihm als Kronland. Von den Einkünften dieser Länder bestreitet er seinen privaten Haushalt. Besonders die Steinbrüche und Erzgruben in Morossos ermöglichen ihm den Bau des Uferpalastes. Die Hoheit über diese Länder macht den König unabhängig von Geldzuweisungen des Amon- Gaweith.
Mit dem Obersten Richter Silurs zusammen sitzt er dem Höchsten Gericht, dem Höchsten Hallandsa seines Landes vor. Im Amon- Gaweith schlichtet er gemeinsam mit den Führern der nichtmenschlichen Völkern Silurs Konflikte zwischen den Altasolunda und den Menschen.
Gespräche mit den Ulf- da- Echorsa nehmen einen anderen Teil seiner Zeit ein. Indem er ihren Ratschlägen lauscht und ihnen Aufgaben zuweist regiert er sein Land. Denn da der König nicht alle Dinge selbst regeln kann helfen ihm die Echorsa nach ihren Tätigkeitsbereichen und in Unterredungen mit den Ulf- da- Echorsa überzeugt sich der König, dass in seinem Reiche alles in der rechten Weise geschieht.
Im Amon- Gaweith ist der König der Ulf. Mit den Vertretern aller Solunda zusammen erlässt er die Gesetze, nach denen sein Volk lebt. Mit ihnen zusammen bespricht er die Einnahmen und Ausgaben des Reiches und gibt ihnen Rechenschaft über die Finanzen. Denn da die Bürger des Reiches die Steuern zahlen haben sie auch das Recht, in ihren Solunda zu erfahren, wie ihr Geld verwendet wird.
Schließlich ist der König auch an an jedem Chnumdago vormittags in der Gerichtslaube der Hauptstadt Belfalas für alle Menschen zu sprechen, die ihm ihre Klagen vortragen können, damit er ihnen helfe. So weiß jeder Silurer, dass der König stets unter dem Volke weilt und an dessen Nöten Anteil nimmt.
Gräfin Helne Värmann[]
Gräfin Helne Värmann, Ulf- da- Echorsa der Außenammer Silurs beschreibt im Jahre 442 n.P. das Königtum Silurs dem Prinzen Berendor und dem Talelfenkönig Katuum von Taron don Umn, als diese auf Berendors Reisen Silur besuchen
Es ist so, dass die Distanz zwischen Herrscher und Volk auf Silur klein ist. Das mag daran liegen, dass die Zahl der Silurer gering und ihre Insel überschaubar, so dass die meisten Einwohner ihrem Herrscher bereits von Angesicht zu Angesicht begegnet sind. Vielleicht ist auch die Religion Silurs von Bedeutung, die zwar Hierarchien kennt, sie aber nicht durch Götterwort rechtfertigt. Eine wichtige Rolle mag auch die Revolte von Belfalas spielen, als sich im Jahre 365 n.P. das hungernde Volk der Hauptstadt gegen König Zyclaan den Mächtigen erhob, als der es verhöhnte und er wie ein einfacher Mensch starb, als er am Firstbalken der Gerichtslaube gehenkt wurde. Natürlich müssen, wie bei vielen Dingen in Silur, auch die volkstümlichen Geschichten um König Jermay in Betracht gezogen werden, der die Insel Silur in Begleitung seiner Gefährten und nicht als Anführer von Untergebenen erreichte. Auch heutzutage grüßen die Nachfahren der Gefährten ihren Herrscher, den Erben Jermays prinzipiell als Gleichgestellte, dessen besondere Würde sich primär aus Amt und Tun ergibt.
Dann gibt es allerdings auch den Begriff des Königsheils, nach dem das Schicksal Silurs mit dem in der Linie Jermays erblichen Glück verbunden ist, das sich in der gelungenen Silurfahrt und der erfolgreichen Ansiedlung auf der Insel erwies. Vom Herrscher Silurs wird deswegen erwartet, dass er sein Würdigkeit zeigt, in dem er seinem Volk vorangeht. Ragall gewann viel Prestige, indem er die Flucht Silurs nach Yslannad im Jahr des Feuers und seine Heimkehr im Jahr des Weines anführte. Viel Ansehen verlor er, als er nicht bereit war, die Dunkelelfen Ersors in ihrer Festung Salonien aufzusuchen. Ein Frieden mit diesem Volk wurde erst durch die Tapferkeit des Magiers Vallö Kalundgrag und von Aki Eibenblatt, einer Schaustellerin und Wanderhändlerin möglich. Ihr Erfolg, wo Ragall versagte hat die Autorität des Königtums erschüttert. Andererseits haben seine Ehe mit Martyna in Karalo- Floran und sein Aufenthalt am Kaiserhof Silur Wohlstand und Einfluss gesichert und gelten als Nachweis, dass das Königsheil weiter auf ihm und seiner Familie liegt.
- Myra-Fundort für den Abschnitt Gräfin Helne Värmann: Berendors Reisen, auf Wattpad