FANDOM


Kansei stute

Kansei-Stute

Von den Kansei Bearbeiten

(…) Auf jenen Inseln aber hauset ein gar merckwürdig Tier, Kansei genannt. Zur kleineren Insel, beherrscht von den erwähnten wilden Kriegerinnen, findet man wilde Kansei in großer Zahl in den Wäldern; meine Gewährsleute stimmten aber darin überein, dass sie dorten weder gezüchtet noch gezähmt würden. Dagegen seien auf der größeren der Inseln wild lebende Kansei unbekannt, doch gebe es vielfältige Zuchtfarmen.

Von dort auch, so erfuhr ich, stammten die Reittiere der Scherangarde, die man zu den Festtagen in der Hauptstadt Paraden abhalten sieht; die sie ritten, seien aber, wenn auch nach deren Art gekleidet, keineswegs wahre Kankan-Kriegerinnen, sondern stammten zum größten Teil aus der Zentralprovinz selbst, zum kleineren Teil auch aus Unyn. Eine stolze Kankan nämlich würde einen solchen Auftritt als Schande für sich selbst, aber auch als Verletzung der Heiligkeit des Kanse empfinden.

In ihrer Größe, im Körperbau und auch in der Wahl ihrer Nahrung ähneln die Kansei einem Schlachtroß, doch gibt es auch merckliche Unterschiede, zu beginnen mit dem auffälligen Gehörn, dessen Gewicht durch breite Schultern und einen leicht abfallenden Rücken getragen wird, nicht zu enden mit den gespaltenen Hufen, die wie auch die Augen eher an die einer Ziege erinnern. Auffällig sind auch das Streifenmuster an Schultern und Schenkeln und die zweigeteilte Mähne aus senkrechten Borsten entlang der Rückenlinie und weicheren Haaren im unteren Teil des Halses; diese Seitenmähne ist bei Hengsten ungleich üppiger und länger als bei Stuten. Das Gehörn entspringt zwischen den Augen und erwecket den Anschein, aus zwei spiralförmig ineinander verwundenenen Stangen zu bestehen, die in einer gemeinsamen Spitze enden. Diese Spitze ist scharf genug, jeden Feind zu durchbohren, und im Gegensatz zu Pferden neigen zumindest Kansei-Hengste auch dazu, eher die Confrontation zu suchen als zu fliehen.

Kansei hengst2

Kansei-Hengst.

Die Haltung von Kansei ist schwierig. Hengste reagieren äußerst nervös bis aggressiv auf die Annäherung von Frauen während derer fruchtbaren Tage, ebenso aber gegenüber Männern, die in der Nacht zuvor einer Frau beigelegen haben. Stuten dagegen schrecken im Allgemeinen vor allen Männern zurück, sobald jene einmal die Mannesreife erreicht haben. Da Hengste zudem erheblich schwerer abzurichten sind, sind die meisten Reiter der Kansei weiblichen Geschlechts. Soweit Hengste an den Sattel gewöhnt werden können, sind sie an einen einzigen Reiter gebunden und lassen keinen anderen auf ihren Rücken. Zudem verpflichten sich Kansei-Ritter und -Ritterinnen zur geschlechtlichen Enthaltsamkeit; davon ausgenommen sind nur die Zeiten der Ssakat sowie der Feste zur Winter- und Sommersonnenwende, während welcher Zeit die Kansei nicht geritten werden.

(...)
FlattrButon

FlattrThis.

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.