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Koij’zaman - Sippe oder Großfamilie in Shaldurango

Innerhalb einer Oase in Shaldurango ist die wichtigste Institution das Koij’zaman, was soviel wie Rachebund bedeutet. Ein Koij’zaman besteht ca. aus 20-200 Personen. Die Mitglieder eines solchen Bundes haben untereinander besondere Verpflichtungen. Wenn einer von ihnen ernordet wird, müssen sie seinen Mörder finden und ihn rächen.

Diese Verpflichtung hat ihre Ursprung in der Sitte der Shaldur, die Bestrafung von Verbrechern den Geschädigten zu überlassen, wobei diese zwar die Billigung der Priester braucht, aber nicht unbedingt von ihnen unterstützt werden muss. Da dies bei einem Mord natürlich nicht möglich ist, müssen die Mitglieder des Koij’zaman dies übernehmen. Die Shaldur glauben, dass, wenn dies nicht geschieht, der Geist des Toten zurückehrt und nicht nur den Mörder, sondern auch die Mitglieder des Rachebundes wegen ihres Versäumnisses bestraft.

Ähnlich verhält es sich, wenn ein Shaldur stirbt und ein Racheeid noch nicht erfüllt hat. Auch dieses wird dann vom Koij’zaman übernommen. Sie unterstehen einem Y’eraph (Vergeltungsbringer), der dem Taj’kaman verantwortlich ist. Er ist der Priester, mit dem die Shaldur im täglichen Leben am meisten zu tun haben. Er nimmt Hochzeiten und Bestattungen vor, hat eine Art Richterfunktion inne, behandelt Krankheiten und Verletzungen und dient als Traumdeuter und Beichtvater. Der Koij’zaman ist also nicht nur ein gegenseitiges Schutzbündnis, sondern auch eine religiöse Gemeinschaft und eine Verwaltungseinheit. Die Einteilung der Koij’zaman wird vom höchsten Priester der zentralen Verwaltung in Acheiras vorgenommen, der Taj’kaman hat lediglich das Recht, Vorschläge zu machen.

Da zwischen den Koij’zaman eines Ortes eine ständige Rivalität herrscht, in die sich bisweilen auch die Priester mit hineinziehen lassen, werde alle Entscheidungen, die mehr als ein Koij’zaman betreffen, vom Taj’kaman getroffen. Meistens sind Angehörige gleicher Berufsgruppen und Familienangehörige im gleichen Koij’zaman, aber das ist keineswegs eine feste Regel. Sind Eltern in verschiedenen Koij’zaman, dann gehören die Söhne zum Koij’zaman des Vaters und Töchter entsprechend zu dem der Mutter. Mit 11 Jahren verlassen männliche Kinder ihr Koij’zaman und im Allgemeinen auch ihre Oase. Bis zu ihrem 14. Lebensjahr müssen sie Aufnahme in einen anderen Koij’zaman gefunden haben. Dazu müssen sie sich einer komplizierten Aufnahmezeremonie unterziehen, die auch mitunter lebensgefährliche Tests für körperliche und geistige Fitness beinhalten und von Fall zu Fall verschieden sind. In dieser Zeit können sie auch um Aufnahme in den Priesterstand ersuchen, was aber noch weit umfangreichere und gefährlichere Prüfungen erfordert.

Gelingt es ihnen nicht, irgendwo Aufnahme zu finden gelten sie als Sagran, als Verdammte, die keinerlei Rechte besitzen. Dieser Brauch garantiert, dass keine unnützen Esser am Leben bleiben, verhindert Inzucht und sorgt für eine gleich bleibende Befähigung der priesterlichen Führungsschicht.

Segment: Gwynddor - Reich: Shaldurango - Myra-Fundort: Bote von Gwynddor 12
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