FANDOM


Ritter Lystram von Aetate war ein Traumritter aus dem Reich Metharia auf Kiombael. Er kämpfte im Jahre 200 n.P. in der Schlacht am Fergenstein auf der Seite des Lichtes und war im Rat der Heerführer vertreten, welcher nach der Niederlage in die Verteidigung Restkiombas gegen Haengstyr organisierte.

Im Jahre 202 n.P. leitete er die Verteidigung der Burg Aetate gegen die Heere Haengstirs und nahm nach dem Fall der Burg die Verantwortung für die Niederlage auf sich.

Zum Exil verurteilt und aller Würden aberkannt erreichte er im Jahre 204 n.P. Silur wo er den Orden des Weißen Kreuzes gründete, eine Adelsschule, welche die Ideale des Traumrittertumes an junge Silurer vermittelt und der die Insel prägt.

Ritter Lystram von Aetate Schreibt: Bearbeiten

Vor der Schlacht am Fergenstein im Jahre 200 n.P. war der Krieg gegen Haengstyr auf Kiomba abgekühlt. Kleineren Geländegewinnen folgten kleinere Geländeverluste, eine Grafschaft tauschte den Besitzer und im Gegenzug wurde eine Stadt befreit. Vielen Mächten erschien eine Koexistenz mit Haengstyr möglich oder sogar wünschenswert.

In dieser Situation ergriff König Marcon von Metharia, mein Herrscher, das Heft des Handelns, rief erneut zu den Waffen, erinnerte den einen Herrscher an das Schicksal von Shyela-Maka und wie schändlich dessen Herrscher seinen Thron verloren hatte, einen anderen an die ungeheuren Abgaben, welche das Helionische Reich zahlen muss nur um als Befehlsempfänger Haengstyrs in unterwürfiger Abhängigkeit weiter zu existieren. Die Priester von Artan und Dondra predigten wider die Finsternis und erinnerten an das Elend in Haengstyr, wie aus freien Völkern Knechte und Sklaven geworden waren. Es war ein Aufbruch, aber es war nicht für alle ein Aufbruch von Herzen.

Es wurde ein großes Heer zusammengerufen, welches mit König Marcon an der Spitze den Krieg in die Länder Haengstyrs tragen, die Verluste der vergangenen Jahrzehnte zurückgewinnen und, mit der Gnade der Götter, vielleicht einen finalen Sieg erringen sollte. Aber nicht jeder brannte wie Marcon. Einige Herrscher stellten sich voll Elan in den Dienst des Kampfes, bereit ihr Heer persönlich in die Schlacht zu führen, andere aber schickten bedenkentragende Stellvertreter oder unselbständige Heerführer, welche bei jeder Entscheidung Depeschen mit Bitte um neue Anweisungen an ihre Könige abschickten und vor einer Antwort keinen Schritt voran taten.

Dennoch war das aufgestellte Heer beeindruckend. Es repräsentierte alle Mächte des Lichtes im weiten Umkreis und viele Neutrale. Zugleich aber war es gelähmt, in seinem inneren schwach und es wurde diplomatisch ausmanöveriert. Diplomaten Haengstyrs und seiner Verbündeten, von Kitora bis Anguramatar waren an die Herrscher verschiedener Licht- und Neutralreiche herangetreten und hatten Versprechungen gemacht, welche so günstig waren, dass ihnen eine ernsthafte Aufnahme des Kampfes nicht sinnvoll erschien. Andere waren von der schieren Größe unseres Heeres geblendet und reduzierten ihren Beitrag, überzeugt, dass etwas weniger Einsatz wohl nicht schaden würde.

So verzögerte sich der Aufbruch der Armee stets aufs neue. König Marcon von Metharia musste Kompromisse eingehen um sein Bündnis zusammen zu halten, Männer von hohem Adel doch geringem Können wurden zu Anführern wichtiger Truppenteile, Heere, welche an der Front notwendig waren blieben in Positionen im Hinterland, wo sie sicher standen und ihr Nutzen so gering war. Während dessen versammelte Haengstyr seine Truppen und scharte seine Verbündeten um sich.

All das hätte noch nicht zur Niederlage des Bündnisses am Fergenstein führen müssen. Doch Illinor von Armus aus Metharia, der den linken Flügel kommandierte führte sein Heer nur zögernd und verschloss sich Ratschlag und Aufforderung. So ließen seine Truppen eine weite Lücke zum Zentrum unter König Marcon und in diese Bresche stieß der Feind. Dennoch hätte Illinor zum Helden des Tages werden können, hätte er nur den vorstoßenden Feind in dessen Flanke attackiert. Doch Illinor gab die Schlacht verloren und zog sich mit geringen Verluste zurück. Das Zentrum jedoch wurde eingekesselt und alle Einheiten, welche hier kämpften zahlten hohen Blutzoll. Schrecklich hätte der Tag geendet wäre es nicht dem Kommandanten des rechten Flügels, Lathandor von Yrliya aus den Wäldern von Arvaldor gelungen seine Schlachtreihe zu wenden und König Macon in höchster Not zur Hilfe zu eilen. Ihm gelang es, den Kessel aufzubrechen und den Überlebenden des Zentrums einen Fluchtweg zu öffnen. Er rettete tausende, auch wenn er die Schlacht nicht mehr wenden konnte. König Marcon fiel mit der Nachhut, welche den Rückzug der Überlebenden nach Burg Aetate deckte.

Die Niederlage am Fergenstein spaltete das Bündnis in jene, welche von Anfang an mit halbem Herzen dabei waren und jene, welche entschlossen waren den Kampf fortzusetzen. Metharia wurde zum Verbündeten Haengstirs, die Schuldigen an der Niederlage zum Feinde. Metharia war verloren, meine Burg Aetate, einst mitten im Reich gelegen wurde zum Zentrum der Frontlinie.

Macons Sohn Cattuno trat das Erbe seines Vaters an. Er war zu jung selber zu herrschen und Ritter Paultinor von Diath wurde zu seinem Vormund berufen. Von ihm stammt die Idee einen Rat der Heerführer einzuberufen, der im Auftrag der Herrscher als Oberbefehlshaber des Heeres agieren sollte. So plante man eine Heeresführung ohne Eitelkeiten und Egoismen der Regenten.

Zwei Strategien standen dem Rat zur Auswahl. Eine defensive Variante welche sich auf die Verteidigung von Restkiomba entlang von Hochländern und Flüssen konzentrierte, also die Tiefländer an der Front dem Feind preis gab und eine offensivere Variante, welche sich auf die Verteidigung der exponierten Burg Aetate konzentrierte um aus dieser Stellung im kommenden Jahr erneut anzugreifen.

Ich stritt für die offensive Variante, überzeugt, dass weiterer Rückzug langfristig eine sichere Niederlage bedeuten würde. Mit den in der Schlacht am Fergenstein gewonnenen Gebieten würde Haengstyr kräftig wachsen, mit seinen neuen Verbündeten wäre es stark genug schon bald selbst beste Verteidigungsstellungen zu überrennen. So lange wir aber Aetate hielten konnten unsere Feinde die Ressourcen der umliegenden reichen Tieflandprovinzen nicht gegen uns verwenden, seine Stärke würde langsamer wachsen während wir Zeit gewannen den Gegenstoß vorzubereiten.

So plädierte ich im Frühjahr des Jahres 202 n.P. im Rat der Heerführer vehement für die Verteidigung von Aetate. Die Burg war eine exponierte Stellung und stärker als jeder andere Abschnitt der Front gegen Haengstyr bedroht. Doch die Burg stand auch weit in der ertragreichen Tieflandprovinz unseres Feindes und machte es ihm so unmöglich, deren Erträge zur Versorgung seiner Truppen zu nutzen. Unser Heer dort band feindliche Truppen, welche um ein vielfaches stärker waren. Sie war nicht nur die Barriere, welche ihnen den Weg in den Machairas verwehrte, sie war auch die beste Basis für erfolgreiche Angriffe in den kommenden Jahren. Ich glaubte an den kommenden Angriff und den kommenden Sieg.

Natürlich wären zurückgezogene Stellungen mit weniger Kriegern und ohne Nachschubprobleme leichter zu verteidigen gewesen. Aber ich war überzeugt, dass jeder Rückzug unseren Feind stärker und uns selber schwächer machen würde. Ich wusste, die Burg war fest gegründet, ihre Mauern stark, ihre Türme hoch, sie war mit Vorräten und Waffen wohl versorgt und wurde von Männern verteidigt, welche ich selber ausgewählt und ausgebildet hatte. Sie würde halten, ich wusste es. Sie war die Burg meiner Familie.

Im Sommer wurden wir in Aetate belagert. Das hatte ich vorausgesehen. So lange wir standhielten würde Haengstyr nicht nach dem Machairas greifen können. Wir hätten ihren Nachschub abgeschnitten und banden so ihr Hauptheer.

Nicht vorhergesehen hatte ich die Flüchtlinge. Wer aus dem versklavten Ophis fliehen konnte wandte sich zum freien Machairas. Doch vor der Burg stockte der Zug. Haengstyr ließ sie nicht weiter als bis vor unsere Mauern. Ich konnte sie nicht hineinlassen. In der belagerten Burg sind die Vorräte rationiert, jeder aufgenommene Flüchtling hätte mit den Rationen der Krieger ernährt werden müssen, die tausende draußen zu retten bedeute für uns Monate, die wir früher die Waffen strecken müssten. Monate, welche der Rat der Heerführer benötigte neue Heere zu rekrutieren, welche den Gegenstoß nach Haengstir tragen sollten.

Haengstyr wusste das und ließ die Flüchtlinge leiden, und wir taten das gleiche. Ließen sie im staubigen Ödland zwischen den Fronten verdursten und verhungern. Wir konnten ihren Tod von unseren Zinnen verfolgen. Für jeden Flüchtling der starb kamen drei neue, Männer, Frauen und Kinder, welchen der Krieg, Haengstyrs grausamer Plan und unsere Härte einen elenden Tod bescherte.

Im Herbst fiel Burg Aetate, lange ehe die Vorräte erschöpft waren, die Brunnen geleert, die Pfeile verschossen, die Verteidiger gefallen. Sie fiel durch Verrat. Ich erwachte, mit einem Dolch an meiner Kehle und einer der Verräter, einer meiner Hauptleute sagte, dass ich nicht würdig sei, Traumritter zu sein, dass er und seine Verschworenen den Flüchtlingen die Tore geöffnet hätten.

Mit den Flüchtlingen schlich sich die Elite Haengstyrs in die Burg, übermannte die Torwachen und gab dem Hauptheer das vereinbarte Zeichen zum Angriff. Der Kampf war kurz und heftig. Die Verräter hatten den Flüchtlingen Zuflucht gewähren wollen, nicht aber die Burg unseren Feinden übergeben. Sie wehrten sich mit aller Kraft und als sie die Gefahr erkannten gaben sie mir mein Schwert zurück und ließen mich meine Garde in einem letzten, verzweifelten Gegenstoß anführen.

Die Gnade eines Todes in der Schlacht wurde mir verwehrt. Die Feinde nahmen mich gefangen, verhörten mich und gewährte mir und wenigen Überlebenden einen ehrenhaften Rückzug. Unser Überleben sollte die Traumritter spalten, Myra zeigen wie unsere Härte tausende Unschuldiger verhungern ließ, zeigen, das wir genau so schlecht waren wie das Böse, welches wir bekämpften.

Im Winter stand ich in als Oberbefehlshaber von Burg Aetate vor Gericht. Mir wurde die Fehleinschätzung der strategischen Lage, das Bedürfnis zuerst meinen eigenen Besitz zu verteidigen, mangelhafte Menschenführung, welche aus treuen Kriegern Verräter machte und vor allem der daraus resultierende Tod von tausenden Flüchtlingen vorgeworfen. Ich bekannte mich in allen Anklagepunkten schuldig und bat um ein gerechtes Urteil.

Diese Haltung hat unter Traumrittern Tradition. Es ist notwendig, dass nach einer Niederlage des Heeres ein einzelner Traumritter die Schuld auf sich nimmt, auch dann, wenn er tatsächlich der Übermacht und der List des Feindes oder den Umständen unterliegt. Ein einzelner Traumritter mag schuldig werden, doch der Orden als solcher muss seine Unschuld bewahren. Das Urteil lautete Verbannung und Aberkennung aller Würden, Titel, Ämter und Besitztümer. Ich nahm es demütig es an.

Zugleich stand ich als Traumritter vor Gericht. Mir wurde vorgeworfen, meinen Eiden nicht entsprochen und die Gnade meines Patronin Dena verloren zu haben. Ein Kind, welches sich mit Mutterkorn vergiftet hatte wurde hereingeführt und ich konnte es nicht heilen. Dena hatte sich von mir abgewandt, ich hatte meine Traumrittermacht verloren.

So war ich, als ich das Schiff ins Exil bestieg kein Traumritter mehr und doch weiterhin nichts anderes. Mehr als die Ausbildung zu einem Elitekämpfer und sogar mehr als die Gnade seiner göttlichen Patrone ist das Traumrittertum eine Frage von Erziehung und Haltung. Ich würde, wie andere Ritter vor mir, gleich ob beauftragt oder verurteilt, die Ideale des Traumrittertums in die Fremde tragen. Ohne die besonderen Kräfte, welche mir genommen waren, doch mit gleicher Einstellung und Entschlossenheit. Ich würde einen Stützpunkt des Lichtes gründen.

Die Stützpunkte des Lichtes sind ein altes Konzept der Traumritter. Wenn die ganze Welt in Finsternis und Chaos versinkt würden sie Samen der Hoffnung sein, hier soll die Idee des Lichtes bestand haben, sogar wenn der Winter des Bösen allumfassend ist und lange dauert. So musste das Land um meinen Stützpunkt verborgen und abgelegen sein, jedoch besiedelt von Menschen, die bereit sein würden gegen die Finsternis zu kämpfen. Ich würde sie anleiten und lehren, dass sie eines Tages bereit wären, sollte ein Ruf sie erreichen oder der Feind unter ihnen aufstehen.

Ich erreichte Silur, eine entlegene Insel in den Weiten des Fulmar-Meeres. In den wirren Jahren nach Pondaron hatten sich dort Flüchtlinge aus ganz Karcanon niedergelassen, ein Volk aus vielen Völkern, welches entschlossen war, sich nicht in die Kriege des Kontinents hineinziehen zu lassen.

Silur hatte ich mit Bedacht gewählt. Viel mehr als andere Völker sind die Silurer der Magie gegenüber aufgeschlossen und den Stab des Magiers steht im Traumrittertum gleichberechtigt neben dem Schwert des Kriegers. Indes sind Menschen, welche zur Magie begabt sind sehr selten und nur wenige sind bereit und in der Lage sich neben der langwierigen und schwierigen Lehre der geistigen Talente zusätzlich der Disziplin und der körperlichen Ausbildung eines Ritterordens zu unterwerfen. Zugleich ist Silur ein Land Denas. Meine Patronin mochte mir ihre Gnade entzogen haben, aber ich würde dennoch an ihrer Seite stehen.

Ich entschied in meiner neuen Heimat einen Orden zu gründen, als Träger einer Schule welche die Werte des Traumrittertums lehren soll, den Widerstand gegen die Mächte der Finsternis und die Treue zu den Göttern des Lichtes, den Kampf mit Zauberstab und Magie und wie man Menschen gewinnt und anführt. Ihr Wappen ist die Rune Hagal, ein schwebender silberner Stern aus drei sich in der Mitte kreuzenden Balken auf schwarz, das Wappen meiner Familie in vertauschten Farben.

Am vierten Tag des Eulenmondes im Jahre 204 n.P. erreichte ich die Flussburg, den befestigten Hafen des Reiches Silur in der Mündung der Savre. Am siebten Tag des Dachsmondes wurde ich bei Hofe empfangen und erhielt von König Sakaan von Silur ein Patent einen Ritterorden und eine Adelsschule zu gründen. Zugleich aber mit freundlichem Spott den Hinweis, dass ich es schon selber schaffen müsse. Silur ist klein und der Herrscher ist gerne bereit interessante Reisende persönlich zu empfangen. Ein königliches Patent verleiht der Herrscher gerne, da es ihn kein Geld kostet. Am dritten Tag des Einhornmondes pflanzte ich in Morossos, nahe dem Dorf Orsos den Weißblütenbaumschössling, den ich aus Aetate mitgebracht hatte. Schon immer ist der Weißblütenbaum ein Symbol der Traumritter und ein Zeichen des Kampfes gegen die finsteren Götter. Vor allem aber liefert der Weißblütenbaum bestes Holz für Pfeile und Bögen, eine Waffe, die in Silur hoch geschätzt wird. Eule, Dachs und Einhorn, vier, sieben und drei; die Tiere der Götter und die Zahlen der Tage erschienen mir als gute Zeichen.

Ich hatte Orsos mit Bedacht gewählt. Schon immer, heißt es in meiner Familie, hätten sich die Ritter von Aetate exponierte Stellungen gesucht. Hier, nur wenige Tagesreisen von einem Land des Zardos entfernt, eine gleiche Strecke vom Bel- Arad, der als Tor in die Innenwelt mit all ihren Dämonen gilt, hier sollte in Jahrhunderten das Traumrittertum wachsen. Hier habe ich den Orden des weißen Kreuzes, eine Traumritterschule und einen Stützpunkt des Lichtes gegründet. Ich habe einen Weißblütenbaum gepflanzt, aber ich werde nicht erleben, wie er Früchte trägt.

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.