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Menschen und Magie - die Magietheorie des Frhon Weissbart

Weissbart-Magier

Portrait eines Magiers mit Weissem Bart aus dem Altertum, das Frhon Weissbart darstellen soll, dessen Magietheorie das unsichere Verhältnis zwischen Menschen und Magie nur in weitere Zweifel gebracht hat.

Normalmenschen schaudern, wenn davon die Rede ist, halten sich die Hand vor den Mund, machen beschwörende Gesten. Gleichgültig, welche Form der Magie betrieben wird, Weisse oder Schwarze Magie, es ist ein Vorgang, der das Begriffsvermögen übersteigt. Gewiß gibt es etliche Hexen, Magier oder Zauberer, die es mehr auf das Geld ihrer Mitmenschen abgesehen haben und ihnen mit angeblichen Liebestränken, Fruchtbarkeitsfetischen oder Regenzauber die Goldfüchse aus den Beuteln locken wollen. Mit solchem Hokuspokus zu leben, sind die Menschen auf Gorgan gewöhnt.

Was aber ist mit jenen Frauen und Männern, deren Fähigkeiten weit über solche Taschenspielereien hinausgehen? Jeder weiß: läßt man ein Ei fallen, zerschellt es auf dem Boden. Nun gibt es aber Menschen und andere Lebewesen, die es fertigbringen, ein herabstürzendes rohes Ei nicht nur gleichsam aufzufangen, sondern wie mit Geisterhänden fliegen zu lassen, vielleicht sogar vor den Augen der entgeisterten und ein wenig eingeschüchterten Zuschauer binnen weniger Herzschläge zu einem vollständigen Huhn auswachsen zu lassen. Setzen sich Solche Zauberer über die Gesetze der Natur hinweg? Oder kennen sie dank ihres geheimen Wissens Gesetze, die allen Nicht-Magiern unbekannt sind, die aber zur Erklärung eines solchen Schauspiels genügen?

Es gibt Magier, die begnügen sich damit, Zauber zu bewirken. Andere versuchen, die tieferen Ursachen anzugehen. Einer von ihnen, Frhon der Weissbart, Begründer der einstens hochberühmten Zauberschule zu Yrghun, hat eine verwegene Theorie aufgestellt.
Sphaeren

Die Magietheorie der Sphaeren geht davon aus, dass Magische Kraftlinien in Sechseck-Form sich um die Welt ziehen, eine Welt der Waben bildend in der die sechs Himmelsrichtungen auch eine Bedeutung für die Stärke der Magie haben.

Er behauptet, daß bei jeder Ausübung von Magie Macht einer höheren Ordnung ins Spiel kommt. Kleinere Zauberer vermögen nicht mehr, als diese Macht anzurufen und um Hife zu bitten - was oft genug fehlschlägt. Höhere Wesen können diese Kraft durch ihren Willen anzapfen, noch mächtigere Magier - Dämonen beispielsweise - scheinen eine Teil dieser Kraft zu verkörpern und bedienen sich ihrer völlig selbstverständlich. Und allem übergeordnet - so Frhon der Weißbart - ist die Kraft selbst. So weit, so gut - aber was ist diese Kraft, diese magische Macht? Auch auf diese Frage glaubte Frhon eine Antwort gefunden zu haben. Der Machtquell, aus dem sich alle Magie speist, ist das Ur-Nichts, das Allesverschlingende, vor dem nichts Bestand hat, das mit Worten menschlicher Zungen gar nicht beschrieben und erfaßt werden kann. In diesem urgewaltigen Prinzip der absoluten Leere und Unbeweglichkeit haben auch Naturgesetze ihre Kraft verloren, sie gibt es nicht mehr.

Was Wunder, daß Kundige mit dieser Macht Dinge bewerkstelligen können, die über Verstandeskraft hinausgehen.

Unter seinen Schülern und Nachfahren hat Frhons Mutmaßung über den Ursprung der Magie wenig Freunde gewonnen. Der Grund liegt auf der Hand. Vor allem Magier, die sich der Weissen Magie verschrieben haben und sie einsetzen im immerwährenden Kampf der Lichtmächte gegen die Kräfte des Chaos, erschrecken bei dem Gedanken, daß sie sich im Kampf der Kraft des Gegners bedienen. Mehr noch: jedes Stück der Wirklichkeit der Welt, das wenn auch nur für kurze Zeit, durch Macht des Dunkel ausgelöscht wird, fällt dem Nichts für immer anheim. Wenn der Helm des Traumbewahrers Azor eine Aura schützender Dunkelheit um ihn legt, so heißt das, daß die Macht des Helm alles auftreffende Licht auslöscht - es ist für immer an das Dunkel verloren. Frhons Betrachtung über Magie gehen aber noch weiter. Wann immer sich das Prinzip des umfassenden Nichts körperlich zeigt, ob als Dämonisierter, als Dämon, als Lord des Chaos oder was auch immer, muß sich dieses Stück Finstermacht ebenfalls der Kraft des Gegners bedienen. Ohne diese unverzehrbare Kraft des Lichts hätten die materiellen Ausprägungen der Dunkelmacht keinerlei Bestand. Eine paradoxe Situation: jeder bedient sich in diesem Kampf der besonderen Eigenheiten des Gegners, in der Hoffnung, ihn für immer zu überwinden.

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