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Nadelschlange - Monster

My022

Die Nadelschlange, wie Nikolai Lutohin sie für My22 sag.

Ein dämonisches Lebewesen, das mit Illusionen eine ganz andere Gestalt annehmen kann.

"Mythor wollte Syrina endgültig von sich stoßen, aber sie klammerte sich an ihm fest. Ihre Hände, die Arme, ihr Leib, alles verwandelte sich in einen zuckenden Schlangenkörper. Es war ein Schock für den Krieger, aus seinen Träumen in die rauhe Wirklichkeit zurückgeworfen zu werden. Schlagartig zerbrachen seine Illusionen. Um ihn herum herrschte Finsternis. Da war kein Prunkgemach mehr und keine Liegestatt mit weichen Fellen. Im Gegenteil, es stank geradezu bestialisch nach verwesendem Unrat. Und unter sich spürte er den Widerstand knorriger Äste. In jäh aufwallendem Entsetzen erkannte Mythor, daß er sich nicht bewegen konnte. Selbst seine Arme befanden sich in der tödlichen Umschlingung eines beinahe mannsdicken, geschuppten Körpers. Zwei grünlich leuchtende riesige Augen, jedes von der Größe einer Handfläche, starrten ihn an. Der Blick jagte ihm eisige Schauer den Rücken hinab. Aber gleichzeitig spendeten diese Augen ein wenig Licht, das es ihm ermöglichte, seine Umgebung zu erkennen. Was er sah, war nicht dazu angetan, Hoffnungen zu wecken. Die Frage, was geschehen war, wurde unwichtig gegenüber der Vorstellung, was noch geschehen würde. Eine ellenlange, gespaltene Zunge schnellte auf Mythor zu. Sie tastete über sein Gesicht, und wo sie die Haut berührte, schien es dem Recken, als schneide man ihm mit glühenden Klingen ins Fleisch. Er schrie, wie er noch nie in seinem Leben geschrien hatte."
Hubert Haensel [Quelle]
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