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Saarachanii - Magische Lebensformen

Die Sandelementare von Ancarthabadh Bearbeiten

Als ich im Nisan 412 n.P. nach Ancarthabadh kam, fand ich ein Bild vor, mit dem ich lange nicht zurecht kam: Es gibt hier keine Soldaten. Für jemanden, der wie ich von einem Krieg zum nächsten gereist ist, ist das eine Abwechslung, die man sich kaum träumen kann, und es dauert Monate, bis man sich vollständig daran gewöhnt hat.

Natürlich drängt sich schnell die Frage auf, wie sich eine Kultur verteidigt, die keine Krieger kennt und Waffen als Zeitverschwendung betrachtet, selbst zur Jagd. Die Antwort liegt auf der Hand, auch wenn sie im ersten Moment absurd klingt: Mit Magie natürlich.

Es war im Tischri desselben Jahres, als die Whidamii mich mit ihrer Methode vertraut machten, sich gegen physikalische Gewalt zu wehren. Ich begleitete sie in die Mherazaan, wo sie sich im Kreis aufstellten und mir bedeuteten zuzusehen. Dann stimmte eine von ihnen, Thara, einen tiefen, beschwörenden Gesang an. Thara gehört zu den ältesten, und wie ich heute weiß mächtigsten der Whidamii. Unter ihren Händen begann der Sand, sich zu formen, und langsam stieg eine Gestalt empor.

Ich war erstaunt, als ich schließlich auf das ausgewachsene Saarachan blickte. Es was etwa einen Kopf größer als ich, eine humanoide Gestalt von der Farbe des Sandes. Eine kontrollierte Gewalt ging von ihm aus, vergleichbar einem Sandsturm, den man in eine Flasche gesperrt hat. Trotz meiner Jugend in Zertanien hatte ich nie von einer vergleichbaren Kreatur gelesen oder auch nur gehört.

Thara sprach dann: "Dies ist ein Saarachan, ein Krieger des Sandes. Seit Anbeginn hat seine Rasse die Ancarthabadhii gegen alle Gefahren verteidigt. Unter ihrem Schutz konnte die Kultur unserer Ahnen gedeihen und zu ihrer Höhe kommen.

Es gab keine Gegner für die Saarachanii, die ihnen gewachsen gewesen wären. Wo ein Saarachan starb, da kamen zwei neue. Der Gesang der Ahnen gab ihnen die Kraft, sich wieder und wieder zu erheben. Letztendlich haben sie jeden Krieg gewonnen, jeden Feind bezwungen - außer einem.

Die Raccanbicii, die Du Mörderbienen nennst, waren ihr und unser Schicksal. An den Sand der Wüste gebunden, sind die Saarachanii nicht in der Lage, die fliegenden Auswürfe der Finsternis zu bekämpfen. So wurden wir vernichtet, und nur wenige der treuen Diener konnten uns hierher folgen.

Unser Ruf ist schwach geworden. Die Saarachanii sind weder so zahlreich noch so groß wie in alten Tagen. Sicher, wie früher schon ist der Tod keine Grenze für sie, aber es sind trotzdem zu wenige, die wir auf einmal zur Hilfe rufen können, und unser Gesang, der sie stärkt, ist zu schwach geworden, sie größer als zwei Sta wachsen zu lassen. Aber so wie wir bis zur letzten Phojja warten, daß das Tor sich öffnet, so warten sie mit uns."

Es dauerte einige Zeit, bis ich hinter die Rätsel der Saarachanii kam. Sie sind mit Legenden umschlungen, die sich tief in den Mythos des Atolls eingegraben haben, und ich befürchte, daß sie schon im Mythos waren, bevor die Ancarthabadhii an die Oberfläche kamen. Aber ich bin mir sicher, daß ich heute hinter ihr Geheimnis gekommen bin.

Es handelt sich bei den Sandkriegern nicht um eine Rasse, sondern um beschworene Wesen. Die Analogie zu den Elementaren scheint mir die nächste zu sein, und so will ich sie Sandelementare nennen, auch wenn so mancher Theoretiker der magischen Künste jetzt entsetzt aufschreien wird. Aber der Vergleich stimmt.

Sie werden durch einen bestimmten Gesang beschworen, den nur eine Handvoll der Whidamii beherrschen. Das ist nicht verwunderlich, denn das Rufen eines Elementars ist ein Zauber eines Grades, den kaum einer der Whidamii hier innehat. So erklärt sich leicht, warum scheinbar nur noch wenige existieren.

Die Größe wird als vom Gesang abhängig beschreiben, in allen Legenden. So scheint die Macht, wohl in Form des investierten Manas, eine Rolle zu spielen. Und nur in der Nähe von großen Mengen Sand ist es möglich, sie zu rufen, auch wenn sie später wohl in der Lage sind, sich auch über andere Oberflächen zu bewegen.

Und es erklärt, warum ich noch nie von solchen Kreaturen gehört habe. Niemand in Zertanien kam darauf, solche Elementare zu rufen.

In der Vergangenheit gab es wohl Heere von Saarachanii, die Ancarthabadh bewachten. Ich denke, daß es mir möglich sein wird, die Mythen zu zerstreuen, sobald ich selber in der Lage bin, den Gesang anzustimmen. Sobald ich endlich die Zeit habe, die nötigen Kenntnisse zu erwerben, um Whidam zu werden, werde ich mich darum kümmern.



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