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Ein unbekannter Silurer beschreibt die Muschelfenster, welche in Silur verbreitet sind und sich auch im Kaiserreich Karcanon wachsender Beliebtheit erfreuen.

Muschelfenster Bearbeiten

Ein findiger Silurer schlägt mit Fenstern aus Muschelschalen dem Seeker ein Schnippchen.

In Silur ist wie in vielen anderen Reichen Glas ein kostbares und seltenes Gut. Denn es muss von Händlern gekauft werden, die es aus fernen Ländern importieren, wo das Geheimnis der Glasherstellung von der Priesterschaft des Seeker eifersüchtig gehütet wird. So können nur wenige Adelige und Kaufleute ein Fenster mit echtem Glas ihr eigen nennen und der gläserne Erker des Arbeitszimmers des Königs im Uferpalast mit drei Fenstern, durch dessen Scheiben man tatsächlich hindurchgucken kann gilt nicht als sein geringster Schatz. Einfache Leute leben in dunklen Häusern ohne Fenster oder mit trüben Licht aus dünn gegerbten Häuten.

Aber die findigen Silurer haben sich einen Ersatz geschaffen, der es durchaus mit den Produkten de Seekers aufnehmen kann. Sie fertigen Fenster aus Muschelschalen.

Dazu nehmen sie die Schalen der Großklippmuschel, die man am Meer rings um Silur überall in steinigen Buchten finden kann. Die Muschelsucher haben nicht mehr zu tun als bei Ebbe ins Meer zu waten und die Muscheln von den Felsen zu brechen. Lange wurde nur das Fleisch der Muschel als Nahrung genutzt die lange frisch bleibt. Denn trocken gehalten bleibt die Muschel dicht geschlossen und kann so lange aufbewahrt werden. Wenn man nun die Muschel in Salzwasser legt öffnet sie sich und ihr Fleisch kann entnommen und zubereitet werden. Die Schalen wurden fortgeworfen.

Nun können aber die feinen Innenschalen der Muschelhälften aus den groben Außenschalen hinausgelöst werden. Diese Innenschalen sind asymmetrisch.. Die größere ist beinahe flach, hell weiß, mit leichtem Perlmuttglanz. Die kleinere ist stark gewölbt und hat eher den Ton von Elfenbein. Die Muschelschalen fallen bei den Muschelsuchern in Massen an. Lange wurde aus diesen Innenschalen nur billiger Schmuck gemacht. Dann kam ein findiger Tischler, Phillis Gallome, auf die Idee Fensterflügel aus Muschelschalen zu machen.

Er brach die Muschelschalen in bestimmte Formen, nachdem er sie mit einem scharfem Messer geritzt hatte. Aus den großen Schalen machte er Achtecke, aus den kleinen Vierecke, gerade so groß, dass sie in die rautenförmigen Lücken zwischen den Achtecken passten, wenn sich deren horizontale und vertikale Seiten berührten. Dieses Mosaik hielt er mit schmalen Holzleisten zusammen, zwischen die er die Muschelschalen mit Kitt aus Leinöl und Lehm klebte.

Diese Fenster erfreuen sich in Silur heute großer Beliebtheit und werden sogar schon auf den Kontinent verkauft, wo sie wegen ihrer Fremdartigkeit besonders geschätzt werden. Einige Verbesserungen wurden am bewährten Entwurf von Phillis Gallome vorgenommen. Mit Sand schmirgelt man neuerdings die Muschelschalen so dünn, dass man beinahe hindurchgucken kann und viel mehr Licht hindurchfällt. In wohlhabenderen Häusern ersetzen schmale Stege aus Blei oder Zinn die ursprünglichen breiteren Holzstege, so dass noch mehr Licht die Zimmer erhellt. Wer es mag lässt die Muschelschalen mit seinem Weidra oder anderen Bildern in transparenten Farben bemalen.

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