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Springende Quellen
My072

Mythor 072 Titelbild von Nikolai Lutohin, hier FairUse

- Quelle in Horien

Der Legende nach soll der Largin hier einst an einer normalen Quelle entsprungen sein und ei­nen kleinen Teich gebildet haben, dessen Wasser berühmt war wegen seiner Güte und seiner heilenden und lebensver­längernden Kraft.

Eines Tages kam der Recke Ilannen nach einer gewonnenen Schlacht an der Mauer der Alten Welt zum Larginursprung, um sich an dem Jungbrunnen zu laben. Erschöpft und durstig, wie er war, nahm er sich nicht erst die Mühe, sich seines Har­nisches zu entledigen und beugte sich in voller Kampfausrü­stung nach vorne, um sich an dem köstlichen Naß zu erfri­schen. Das Gewicht seiner schweren Rüstung zog den völlig Entkräfteten in die Tiefe, er fiel in den Teich und ertrank hilflos darin. Doch im Augenblick des Todes soll die Geisteskraft llannens — von dem gesagt wird, daß er ein Alptraumritter gewesen sei — auf die Quelle übergesprungen sein.

Der Boden teilte sich vielfach, und aus den Öffnungen schoß das Wasser mit elementarer Kraft in vielen hohen Fontänen. Seit damals gibt es diese Springenden Quellen, die mit unter­schiedlicher und wechselnder Kraft aus dem Boden schießen — je nachdem, welcher Stimmung der Geist llannens gerade unterworfen ist, ob er einem Sünder zürnt oder einem Un­schuldigen Wohlwollen zeigen will, sagen die Horier. Und dar­um hinterlegen sie hier ihre bescheidenen Opfergaben und lassen die emporschießenden Wassermassen im Zweifelsfalle Schicksal spielen.

Der zum „Springquellenlaufen" Verurteilte wird an einer Stel­le im Quellgebiet ausgesetzt und in dieses gejagt. Wenn er die Gefahrenzone durchqueren kann, dann ist er in jedem Fall be­gnadigt, bzw. wird er für unschuldig befunden. Im anderen Fall, wenn unter ihm plötzlich eine Springquelle aktiv wird und er von dem gewaltigen Druck in die Höhe geschleudert wird, landet er irgendwann mit gebrochenen Gliedern auf dem Bo­den, und die Horier sagen, daß der Geist Ilannens ihn der ge­rechten Strafe überführt hat.

Manche der Springquellen entwickeln zu gewissen Zeiten ei­ne solche Kraft, daß sie selbst ausgewachsene Yarls wie nichts durch die Luft wirbeln können. Es ist auch schon vorgekommen, daß sie nur sprudeln oder fast versiegt sind, so daB sie harmlos und geradezu einladend wirken. Doch sollte man sich davon nicht täuschen lassen, denn der Geist Ilannens ist unberechenbar und kann schon im nächsten Atem­zug seine ganze Kraft dareinsetzen, die Quellen in den Himmel wachsen zu lassen.

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