FANDOM


Die Sucher der Weisheit - (Raidiyr an-Aránel)

Dieser Târaun, kurz "die Raid" oder "Târaun Raidiyr" genannt, wurde vor einigen Jahren von Mitgliedern des Falkenordens ins Leben gerufen. Wer den Namen frei interpretiert. wird schnell darauf kommen, daß es der Raid in erster Linie um das Sammeln von Information aller Art geht - mit anderen Worten, die Raid ist das, was in vielen anderen Reichen als "Geheimdienst" bezeichnet wird. Sie besteht zur Zeit ausschließlich aus Mitgliedern des Falkenordens, ist aber auch offen für andere, vorausgesetzt, sie sind mit den strengen Geheimhaltungsregeln der Raid einverstanden. Das ist in Rhyandi nicht selbstverständlich, weil Wissen, sowohl profanes als auch viel magisches, als Allgemeingut gilt, und die übermäßige Geheimhaltung als ernster Charakterfehler. Diesem Grundsatz steht der Falkenorden seit jeher skeptisch gegenüber, und deshalb konnte der Aufbau der Raidiyr an-Aránel nur von ihm ausgehen. Aus dem gleichen Grund ist die Raid im Laufe der Jahre klein geblieben - vermutet man jedenfalls, denn nicht einmal der Große Rat wird vollständig über alle Vorgänge informiert. Als der Raid-Meister im Jahre 404 zum erstenmal auf den damaligen Hohen Rat und den Ferdun Scaith mac Luand zutrat, um ihm seine Dienste anzubieten, stellte er die Bedingung, daß Anzahl und Identität der über das Land verteilten Raidiyr nur ihm selbst bekannt sein sollten, mit dem Argument, daß in diesem Fall es besser wäre für die Ratsmitglieder, wenig zu wissen, für den Fall, daß man sie einmal fangen würde. Selbst die Identität des Raid-Meisters ist nur dem Rat der Adepten bekannt, und von seinen Mitgliedern nimmt man an, daß sie nicht so leicht gefangen und erfolgreich verhört werden können. Der derzeitige Raid-Meister ist Moryn Kernûn, ein Elrhadain des Falkenordens und Mitglied des Rates der Adepten, und außer dem Rat der Adepten weiß niemand um diese Funktion.


Grundsätze und Ausbildung der Raid Bearbeiten

Dadurch, daß Magie so allgegenwärtig ist in Rhyandi, eröffnen sich dem Handwerk der Raidiyr Möglichkeiten, die in vielen anderen Reichen nicht existieren. Ein Radiyr, der sein Handwerk auch mit Hilfe von Magie betreibt, heißt Raid-Dan. Auf die magischen Möglichkeiten werde ich später noch eingehen.

Jeder Raid-Schüler erhält, ob magisch "begabt" oder nicht, eine Ausbildung in allen weltlichen und geistigen Fähigkeiten, die man braucht, um in einer feindlichen Umgebung unentdeckt zu überleben, Information zu sammeln und gelegentlich Personen oder Objekte zu beseitigen, deren weitere Existenz bzw. weiterer Verbleib in den Händen von Feinden für Rhyandi schädlich wäre. Am Ende dieser Ausbildung erfolgt eine Prüfung unter möglichst gut simulierten Bedingungen. Besteht der Schüler oder die Schülerin diese Prüfung, kann er oder sie sich fortan Raidiyr nennen. Den magisch Begabten wird dann eine weitere Lehre zuteil, an deren Ende wiederum eine Prüfung steht.


Vom Schüler zum Raidiyr - die nichtmagische Ausbildung Bearbeiten

Die Ausbildung zum Raidiyr gliedert sich in die Abschnitte Schauspiel und Tarnung, Sprachen, Handel und Bestechung, Erkennen von Beobachtung, Einbruch und Diebstahl, Attentate, Botschaften und Verteidigung gegen Magie. Diese Ausbildung erfolgt, nachdem Grundkenntnisse erst einmal vermittelt wurden, soweit es möglich ist, unter wirklichen Bedingungen. Das heißt, unter Anleitung eines Raidiyr wird der Schüler seine neuen Fähigkeiten in einem fremden Land üben, vorzugsweise dort, wo kleine Fehler nicht auffallen und weit entfernt von dem Gebiet, in dem er später arbeiten wird. Wenn die erste Prüfung abgelegt ist, ist immer noch Zeit, um die Sprache und Gewohnheiten seines künftigen Einsatzortes kennenzulernen - die Tarnung und ihre Aufrechterhaltung ist in jedem Fall am wichtigsten und wird nur auf Anweisung eines Raid-Dan oder des Raid-Meisters in Gefahr gebracht.

Schauspiel und Tarnung umfaßt alles, was einem Raidiyr hilft, seine Identität zu verschleiern. Dazu gehört die profane Verkleidung und das richtige Verhalten. Besonderen Wert wird darauf gelegt, Verkleidung und vor allem das Verhalten schnell wechseln zu können, wenn es nötig ist. Der Schüler wird in die Dörfer und Städte geschickt, nicht nur in Rhyandi, damit er beobachtet, wie sich bestimmte Menschen verhalten. Wenn er zurückkehrt, wird von ihm erwartet, etwa ein Händler zu sein. Nichts in seinem Verhalten darf darauf hindeuten, daß er etwas anderes ist. Selbst wenn er geheime Botschaften zu anderen schickt, um sie zu informieren über den Fortgang einer Operation, darf er nicht als ungewöhnlich auffallen. Auffallen darf er nur innerhalb seiner Rolle, im Beispiel etwa durch lautstarkes Feilschen oder, wenn er einen reicheren Händler darstellt, durch Vorüberfahren in einem prunkvollen Wagen oder ähnlichem. Zur Tarnung gehört auch die Fähigkeit, ohne Außenkontakte überleben zu können. Es wird erwartet, daß der Raidiyr durch seine Tarnidentität seinen Lebensunterhalt verdient. Er erhält eine geringe Summe Gold, und kann selbständig anfangen. Sollte die Tarnidentität plötzlichen Reichtum erfordern, wird dieses Prinzip durchbrochen, wenn er nicht auf normalem Weg erreichbar ist.

Ebenfalls zum Bereich Schauspiel und Tarnung gehört der langfristige Wechsel der Identität. Der Schüler muß lernen, wie man Personen, die man verkörpert hat und die nicht mehr nützlich sind, unauffällig verschwinden läßt, und wie man eine neue Identität aufbaut. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn man gut bewachte Einrichtungen, etwa einen Herrscherpalast, beobachtet und infiltriert.
FlattrButon

FlattrThis.

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.