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Vangas Spiel – Ereignis zu Beginn des Dunklen Zeitalters

Während Mythors Flucht durch den Hexenstern muß er eine überraschende Erfahrung machen. Obwohl er als Mann am Hexenstern nichts zu suchen hat, ja sogar einen furchtbaren Frevel begangen hat, wird er plötzlich nicht mehr verfolgt und gejagt. Vangas Zaubermütter, Hexen und Kriegerinnen jagen ihn nicht mehr kreuz und quer durch die Paläste am Hexenstern.

Nicht zu Unrecht vermutet Mythor dahinter den Einfluß der Zaubermutter Zonja. Die ehemalige Fronja, Tochter des Kometen, ist Mythor nach wie vor gewogen. Als einzige Zaubermutter hat sie nicht den Eid geschworen, der sie an Vanga bindet. Aber ist das Erklärung genug? Mythor hat seine Zweifel daran, nur ist er außerstande, Zonja oder Vanga danach zu fragen.

So kommt es, daß Mythor nicht die leiseste Ahnung von dem Gewittersturm hat, der sich über seinem Kopf zusammenbraut und der ihn eines Tages einholen und vielleicht vernichten wird. Vanga ist eine kluge, gerissene Frau, die ihre Mittel und Möglichkeiten abzuschätzen weiß – und ihre Pläne weiß sie weit vorausschauend zu gestalten. Irgendwann, das steht für Vanga ebenso fest wie für Gorgan, wird es zum offenen Kampf kommen. Hexe gegen Krieger, Gorgan gegen Vanga, die Schwertwelt des Machairas gegen die Hexenwelt des Ophis – und niemand vermag zur Zeit vorherzusagen, wie dieser Kampf ausgehen wird. So sehr Vanga ihren großen Gegner auch verabscheut – noch plant sie nicht, ihre Amazonen nach dem Machairas zu führen. Sie weiß aber, daß Gorgan vorhat, mit bewaffneter Macht über die Ophiswelt herzufallen. Ein solch gewaltiges Heer bedarf der Einigkeit, vor allem in der Führung. Gorgan in seiner stürmischen Art wird diese Aufgabe niemals allein vollbringen können – er wird Freunde und Berater brauchen. Mythor als Sohn des Kometen bietet sich dafür geradezu an. Indes ist Mythor Zonjas früherer Geliebter, Lichtkind ist beider Kind – Mythors Verbindungen nach Vanga sind wahrhaftig stark, und der Sohn des Kometen ist darin nicht wie Gorgan. Der Krieger würde auf Weib und Kind herzlich wenig Rücksicht nehmen, wenn es zum Kampf gegen die Südwelt kommt. Schon jetzt gibt es Spannungen zwischen diesen beiden Männern, die jeder mächtige und wichtige Freunde ihr eigen nennen.

Was wird sein, wenn kurz vor Beginn des großen Feldzuges nach dem Ophis sich diese Spannungen vertiefen? Wenn geheime Botschaften zwischen Zonja und Mythor hin und her wandern? Das Gift des Mißtrauens ist ätzend wirksam, und es gibt kein Mittel es unwirksam zu machen. Wer einmal unter dem Verdacht steht, mit dem Feind zusammenzuarbeiten – wie will er das Gegenteil beweisen?

Wenig gehört dazu, Gorgans Mißtrauen Mythor gegenüber nach Bedarf zu wecken und zu schüren – Vanga kennt da etliche Möglichkeiten. Und sie ist willens und fähig, sie nach ihren Vorstellungen einzusetzen.

Nur darum kann Mythor unbehelligt den Hexenstern verlassen – lautlos hat sich die Falle bereits für ihn geöffnet, eine Falle, von deren Vorhandensein Mythor nichts ahnt. Ohne es zu wissen, eine unfreiwillige Figur in einem gewaltigen Spiel um die Macht, wird er von Vanga an langer Leine geführt. Zu gegebener Zeit wird Vanga den Preis für ihre Milde fordern – und er wird entsetzlich hoch sein.

Zonja wird Mythor dann nicht mehr helfen können. Jeder Versuch, seine Treue zu Gorgan zu beweisen, wird Mythor zum Feind der Amazonen machen; jede Anstrengung, den heraufdräuenden aberwitzigen Krieg der Welten zu verhindern, wird ihm Gorgans Mißtrauen eintragen und sein Leben bedrohen. Es sieht alles danach aus, als sei Mythor eine der ersten Figuren, die in diesem Spiel kaltblütig geopfert werden – entweder von Gorgan oder von Vanga. Er selbst weiß nichts davon und kann daher ruhig schlafen – wie lange noch?

Mythor-Fundort: 188
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