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Bei der Wechselpredigt sprechen am Großen Tempel KRANGOS im Gebirgslande Morossos auf der Insel Silur im Machairas des Segmentes Karcanon der Welt Myra Priester verschiedener Religionen eine kurze Zeit lang zu den Pilgern im Heiligtume.

Die Wechselpredigt ist eine kurze religiöse Ansprache, die täglich vierundzwanzig mal in regelmäßigen Abständen unter der zentralen Kuppel des KRANGOS gehalten wird. Die predigenden Priestern wechseln von Predigt zu Predigt und damit auch die Religion, welche spricht und die aufgerufenen Themen. Die Prediger werden von Priestern der Glücksgöttin Pura ausgelost, die Predigtzeiten werden von Priestern der Zeitgöttin Chela beaufsichtigt. Ein Glockensignal macht die Besucher des Krangos darauf aufmerksam, dass die Wechselpredigt in Kürze beginnen wird und dass der predigenden Priester in die Tempelhalle einzieht. Ein zweites Glockensignal fordert die Anwesenden zur Stille und zum Zuhören auf, während der Priester von einer Kanzel spricht. Ein unmittelbarer Austausch über die Worte sind nicht vorgesehen, alleine die Antwort "Ja svose", in der Silurischen Sprache "Ja (das ist) wahr" ist üblich. So ist das Hören der Wechselpredigt auch ein Zeichen religiöser Toleranz, fordert sie doch zur Kenntnisnahme alternativer Offenbarungen, Weltensichten und Wahrheiten auf. Zugleich ist die Wechselpredigt ein Wettstreit von Priester und Religionen um Aufmerksamkeit, da sich Besucher des Tempels zur Predigt unter der Kanzel versammeln können, sobald der Sprecher bekannt ist oder auch andere Tempelbereiche aufsuchen. Gewinnt ein Priester viele Zuhörer steigert das nicht nur seinen eigenen Status sondern auch das Prestige seiner Religion.

In Berendors Reisen wird berichtet: "König Katuum von Taron don Umn und Prinz Berendor von Karcanon hören einen einzelnen Glockenschlag der durch die weite Tempelhalle hallt. Yill Draggenhorn, die beiden haben sie als Priesterin der Dyana kennengelernt, zieht durch eines der Schiffe zur Kuppel. Sie hat kein eigenes Gefolge, und so wird sie von einer Priesterin des Orphal und einem Priester der Jaffna eskortiert die ein Räucherwerk verbrennen, dessen Geruch wie Süßgras ist, die Süße des Zuckers und die Bitterkeit des Öles. Sie betritt eine Kanzel unter der sich wenige Gläubige versammelt haben. Ein zweiter Glockenschlag ertönt. Allen Personen im Krangos scheint das Signal vertraut, denn plötzlich herrscht in der Halle Schweigen. Dyana ist nur wenigen Silurern eigene Göttin, doch Achtung und Respekt gelten auch ihr, Achtung und Respekt auch ihren Betern und ihrer Priesterin. Yill Draggenhorn spricht von der Zuversicht als Gabe Dyanas für die verzweifelt Liebenden. Berendor und Katuum sehen Irene Sedrin Weidenglück, die sie nach Silur begleitet hat angespannt unter der Kanzel zwischen den Gläubigen stehen. Ihr verzweifeltes „Ja svose“ ist unter den Stimmen der Beter gut zu vernehmen."