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Yarman-Rash -
Burg-Silhouette

Eine Burg für die Ansicht oder Karte noch fehlen.

BRG

Am Ende des Altertums war dies die Speicherburg der Schurketen, wohin Mythor in der Todesstarre gebracht wurde, in die er nach Berührung mit dem Meteorstein geriet.

"Weit vor ihnen erhob sich Yarman-Rash, die Speicherburg der Schurketen, auf einem so gut wie unzugänglichen und deshalb uneinnehmbaren Tafelberg. Nur über einen schmalen Eselspfad, der sich an den Felsen emporwand, war die Burg zu erreichen, in der die Schurketen ihr Winterquartier eingerichtet hatten. (...) Yarman-Rash war mit Abstand die größte der Speicherburgen. Schroff und steil ragten die Felswände empor, und jemand, der hinaufwollte, mußte schon Flügel besitzen, es sei denn, er benutzte den schmalen Pfad, der gerade einem Mann und einem Pferd oder Esel Platz bot und sich in zahllosen Windungen hinaufschlängelte. Immer wieder kamen die scharfen Kurven und das schroffe, steile Abfallen der Kanten. Ein Fehltritt, und der Benutzer des Pfades stürzte unrettbar in die Tiefe. Nicht wenige ausgebleichte Gebeine Unglücklicher lagen am Fuß der Felsen. Im Lychnos fiel die Felswand völlig senkrecht ab. Hier gelangte niemand hinauf, es gab keine Möglichkeit, die teilweise überhängende Wand zu erklimmen. Doch die Schurketen hatten sich hier etwas einfallen lassen. Auf ein geheimes Zeichen hin konnten Körbe an starken Seilen herabgelassen werden, in denen man sich nach oben ziehen lassen konnte. Aber auch diese praktische Beförderungsmethode, gefahrlos in die Rash zu kommen, war vom Feind nicht einzunehmen. Falls es einem Gegner gelang, das geheime Signal herauszufinden, auf das hin der Korb herabgelassen wurde, war doch jeder dieser Körbe nur in der Lage, zwei Männer oder ein Pferd oder ein Grom zu befördern. Und mit zwei feindlichen Kriegern wurde man spielend fertig. Cran Achad, der Burgherr, wußte, daß es allerdings noch einen weiteren, streng geheimen Zugang gab. Nur er kannte ihn, niemand sonst. Und Achad war der Ansicht, daß es richtig war, wenn niemand außer ihm oder einstmals seinem Nachfolger von diesem geheimen Zugang wußte. Ein Geheimnis ist stets um so sicherer, je weniger Leute davon wissen. Cran Achad sah aus der kleinen Fensteröffnung hinaus ins Freie. Ein paar Gromme bewegten sich zwischen den Häusern und Speichersilos; es gab innerhalb der Burg keine Ställe für die Tiere. Sie konnten sich frei bewegen, störten niemanden und wurden von niemandem gestört. Irgendwo weit hinter Wohnhäusern und Silos ragte die Schutzmauer der Rash empor, hoch und uneinnehmbar. Wer sich innerhalb der Mauern befand, war sicher. Achad sah in die Runde. Sein Blick wanderte über die Häuser, in deren Obergeschossen Schurketenfamilien lebten. Keine Stiegen führten hinauf, sondern lediglich Trittsteine an den Außenwänden, die einiges an Schwindelfreiheit und Sicherheit voraussetzten; ein Betrunkener, der seine Wohnung erreichen wollte, war hoffnungslos verloren, denn die Trittsteine waren schmal. Ein Grund dafür war der Materialmangel. Der Fels des Tafelbergs war hart, das Herausschlagen von Steinen mühevoll. Das Wichtigste waren Schutzmauer und Silos, die Wohnungen der Schurketen waren weniger aufwendig gebaut. Auf platzraubende Stiegenhäuser hatte man daher verzichtet; die Trittsteine an den Außenwänden mußten reichen. Und wenn man einigermaßen schwindelfrei war und sich daran gewöhnt hatte, an einer Hauswand emporzuklettern, klappte das auch. Es gab ein besonderes Gebäude in der riesigen Speicherburg, die sich über die gesamte Fläche des Tafelbergs erstreckte und teilweise darüber hinaus, an den thysischen und ophishen Hängen hinunter. Tausend Schritt in der Länge und siebenhundert in der Breite maß Yarman-Rash und bot damit ein imposantes Bild. Keine andere Speicherburg besaß diese Ausdehnung, keine andere das Fassungsvermögen für Steppengras, das Yarman-Rashs Silos boten, und in keiner Rash lebten so viele Salamiter wie hier. Achad konnte stolz darauf sein. Das erwähnte besondere Gebäude mit ebenerdigen Wohnräumen beherbergte die Wohnung des Cran und seiner engsten Angehörigen. Das war in jeder Speicherburg so, doch in Yarman-Rash gab es noch eine Besonderheit. Hier wohnte in dem Haus nicht nur der Cran, sondern noch ein anderes Wesen: der Weise Große Dreifingerauge."
Peter Terrid [Quelle]
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