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In der alten Heimat Bearbeiten

In einem großen Raum im Inneren der Smaragdhallen warten seit nun mehr über einer Stunde zwei Kobolde darauf vom Hohepriester und Hüter der Smaragdhallen empfangen zu werden. Sie hatten sich direkt vor den heiligen Hallen des Bytons aus dem Nichts materialisiert. Ein Ereignis, welches nicht ungewöhnlich in Zakopane ist und dem deshalb nicht viel Beachtung geschenkt wird. Doch diese beiden Kobolde wurden direkt nach ihrem Erscheinen in dem großen Raum gebracht, wo sie nun noch immer auf den Hüter der Smaragdhallen warten. “Es wäre interessant zu wissen warum wir warten müssen”, raunt einer dem anderen zu. ”Seid ruhig, ihr wißt doch, daß das Abhören den Priestern nicht fremd ist, zu mal wir in ihren Hallen sind.” Ein Gongschlag ertönt und das Gespräch kommt zum Erliegen.

Im hinteren Teil des Raumes wird eine Tür geöffnet und die kleine Gestalt des ehrenwerten Kaupunki eilt daraus auf die beiden Kobolde zu. “Seid gegrüßt Koboldmagier, laßt uns auf formelle Begrüßungsformen verzichten und gleich zur Sache kommen. Was führt Euch zu mir?” Kurz blicken sich die beiden Koboldmagier an, dann beginnt einer von ihnen zu sprechen. ”Laßt mich zunächst erzählen, was alles passiert ist bevor wir auf unser Ansinnen zu sprechen kommen. Ihr werdet es selber bemerkt haben, aber die Nebel des Schweigens schreiten schneller voran als wir bisher gedacht haben. Das Stammland ist bis auf die Gemark mit der Hauptstadt Bukoba von den Nebel verschlungen. Aus den Sümpfen drang eine Nachricht der Marlizeturis zu uns. Sie teilen uns mit, daß sie sich auf den Weg in die Pilzwälder Wahnhalls machen. Keine Stunde später waren die Sümpfe von den Nebeln verschlungen. Außer den Gebieten um Bukoba, sind nur noch das Gebiet um diese heiligen Hallen und die Gebiete um die Akademie von den Nebeln verschont. Doch an den Grenzen der letzen beiden sammeln sich bereits die Nebel und einzelne Schwaden ziehen bereits ein. Ihr wißt was mit den Nebeln des Schweigens unwiderruflich verbunden ist, oder? “ Ein Schaudern durchfährt Kaupunki, wenn er nur an die Nebel und dem damit verschwundenen Dahinschwinden der Kobolde denkt. Doch er unterdrückt diese Emotionen und nickt nur leicht. “ Diese Dinge blieben mir nicht verborgen, Gwalior, was gibt es sonst noch?” – Mit ruhiger Stimme entgegnet dieser: “Nun, Wagan ist aus Istaridor zurück.”

Wie ein wärmender Strahl der Hoffnung durchfährt diese Nachricht den Hüter der Smaragdhallen. Voller Freude ruft er aus:” Und das sagt ihr mir erst jetzt?! Auf den König der Kobolde war schon immer verlaß!” Nun mischt sich zum ersten Mal der andere Kobold in das Gespräch ein: ”Wir haben mit der Nachricht gewartet, weil er verändert wieder gekehrt ist.” “Nun,”, antwortet Kaupunki,” welchen Kobold würde ein Aufenthalt in Istaridor, dem heiligen Reich der Kobolde, nicht verändern? Aber welcher Art sind seine Veränderungen, Alboram?” „Er dürfte nun der mächtigste Koboldmagier sein, den es je gegeben hat! Er hat seine Königswürde abgelegt und ist in das Heer der Tanar-Ris Bytons eingetreten und zum Chaoslord der Kobolde (quasi der Schutzengel der Kobolde) aufgestiegen. Allerdings wird er nur kurz in Bukoba weilen, bevor er wieder für eine unbestimmte Zeit nach Istaridor zurückkehren muß. Er kann den Tempel in der Hauptstadt nicht verlassen, da es sonst publik würde, was passiert ist. Mit uns hat er Kontakt aufgenommen, wir sollen mit Euch beratschlagen was zu tun sei, damit den Kobolden den Zutritt nach Istaridor erhalten bleibt und vor den Nebeln des Schweigens bewahrt wird.“ Alboram stoppt und wartet, was Kaupunki nun zu sagen hat. Doch der scheint tief in seinen Gedanken versunken zu sein. Endlich bricht er sein Schweigen:“ Angesichts dieser Entwicklung sollte ich Euch erzählen, warum ihr so lange warten mußtet. Ich hatte eine telepathische Konferenz mit meinem Meister auf Zhaketia, mit Kan Kumar Tulmak. Wir kamen überein, daß ich gen Zhaketia ziehen soll, um die dortige Kolonie zu schützen und bei der Befreiung Bytons mit zu wirken. Ich halte dieses Vorgehen nun für richtiger denn je. Allerdings gilt es einige Veränderungen meiner ursprünglichen Pläne durchzuführen. Der Tempel ist hier bedroht. Wir sollten den Chaoslord der Kobolde und Byton selbst bitten ihn nach Wahnhall auf Zhaketia zu versetzten mit samt der heiligen Minen, nach meiner Unterredung mit Kan Kumar Tulmak erscheint mir die Gemark 18/10 auf Wahnhall am besten geeignet zu sein. Byton vermag nach Tebreh zu kommen, wie wir wissen. Ich hoffe ich werde sein Gehör finden. Vorher werden wir aus diesen Minen Smaragde nehmen, um in der Halle der Tore im Byton-Tempel in Bukoba eine Torkonstruktion zu errichten, die wir auf die Smaragdhallen ausrichten. Auf diese Weise wird es uns möglich sein den Kobolden auf Zhaketia eine Möglichkeit zu öffnen nach Istaridor zu gehen, denn das Tor nach Istaridor befindet sich in derselben Halle. Um die magische Akademie der Kobolde nicht zu verlieren, werden wir versuchen diese auf die Gemark 85/22 zu versetzen. Auf diese Weise wird sie vor den Nebel des Schweigens bewahrt und ihr könnt dort weiter forschen. Vielleicht wird Euch Liard eines Tages dort aufsuchen. Abschließend werden wir Wagan bitten, den Magieknoten so zu nutzen, daß Bukoba, die magische Akademie und die Gemark 85/22 selbst für immer vor den Nebeln des Schweigens verschont bleiben. So haben wir eine Zwischenstation errichtet zwischen Myra, der Welt auf der wir nun leben werden, und Istaridor, dem Reich aus dem wir stammen und nachdem wir uns alle irgendwann sehnen. Entweder Kurtogi oder Gamtu Buran soll zum Priester des Tempels in Bukoba werden. Der andere mag ebenfalls dorthin gehen oder mit mir mitkommen. Soweit einverstanden?“ Nach diesem raschen Redeschwall des ehrenwerten Kaupunki nicken die beiden Koboldmagier nur. Der ehrenwerte Kaupunki war also doch der richtige Kobold für dieses Unternehmen galt er doch seit jeher als ein Kobold der seinen Worten auch Taten folgen ließ. „Dann“, ließ sich der Bytonpriester abermals vernehmen,“ möchte ich nur hoffen, daß wir alle zum Gelingen dieser Operation beitragen so gut wir vermögen. Spart nicht an Eurem Mana, denn wenn wir scheitern so ist die gesamte Koboldschaft zum Untergang verurteilt. Aber bedenkt gut die Konsequenzen, bevor ihr mehr Mana nutzt als ihr es gefahrlos in einem Mond tun könnt. Nicht, daß ein unnötiger Fehlschlag unsere Unternehmung zerstört. Lest gut noch einmal die Rituale durch, die bei der erfolgreichen Versetzung Dabraskas Anwendung fanden, auch wenn die Menschen und manch ein Chronist denkt, wir hätten gepfuscht ;o). So eilt Euch und helft beim Transport der Smaragde nach Bukoba. Gebt Wagan, dem Chaoslord der Kobolde, bescheid, auf daß er die Versetzung der magischen Akademie Zakopanes vorbereitet, und die Gemark 85/22 vor den Nebel des Schweigens sichert. Auch soll er genügend ruhen bis er mit Byton und allen anderen magisch begabten Kobolden die Smaragdhallen gen Wahnhall versetzt. Begebt auch nun an eure Aufgaben.“ Mit einem Wink, der von einem kurzen Kopfnicken der beiden Koboldmagier beantwortet wird, entäßt der ehrenwerte Kaupunki die beiden Kobolde, die sich rasch nach aus dem großem Raum entfernen.

Er selbst läßt nach Kurtogi und Gamtu Buran schicken. Als diese eintreffen, unterrichtet er sie von ihren neuen Aufgaben. Sie sollen sich zunächst um den Transport der Smaragde für die Torkonstruktion nach Bukoba kümmern, danach können sie entscheiden, ob sie beide in Bukoba bleiben werden, oder ob einer den Hüter der Smaragdhallen nach Zhaketia begleiten werde. Rasch begeben sich die beiden Priester in die Minen, wobei sie sich auf dem Weg dorthin in geflüstertem Ton über ihre zukünftigen Aufgaben unterhalten und diskutieren, was ein jeder von ihnen tun wird. Viel Prestige verspricht die Aufgabe der Hüter des Byton Tempels in Bukoba zu werden. Doch reizt die jedem Kobold angeborene Neugier natürlich die Aufgabe in Zhaketia.

Währendessen begibt sich Kaupunki zurück in das Allerheiligste der Smaragdminen, wo er vor der riesigen schwebenden Schleimkugel, der Manifestation Bytons auf Tebreh, stehen bleibt. Er setzt sich im Schneidersitz vor ihr nieder und versenkt sich in tiefe meditative Ruhe. Dann schickt er seinen Geist aus, die Präsenz seines Herrn, in den Dämonenhallen aufzuspüren. Vorsichtig formt er in seinem Geist die rituellen Gesten, die zu einer Kontaktaufnahme mit dem Gott der Kobolde nötig sind, ohne von seiner Präsenz vernichtet zu werden. Lange vernimmt er nur Stille, doch dann spürt er die überwältigende Präsenz die nach ihm greift. Er braucht nichts zu sagen, denn alles was Byton wissen, muß wird ihm offenbar. Kein Kobold kann seine Gedanken vor seinem Gott verschließen. Und Byton läßt Kaupunki wissen, daß er da sein werde, um die Smaragdhallen zu versetzen. Ja, er werde auch seinem Chaoslord anweisen ihnen zu helfen. Und ein Glücksgefühl durchströmt den kleinen Koboldpriester.

Als Byton den Kontakt wieder abbricht fühlt sich der kleine Kobold einsam, doch gleichzeitig erfüllt ihn ein großes Glücksgefühl. Wieder einmal war sein Gott für ihn da. Wiedereinmal konnte er sich auf ihn verlassen. Nur langsam kann er sich zwingen aus der Meditation zu erwachen und sich an den von Byton eingegebenen Aufgaben zu machen. Und als er aus den Smaragdhallen sah und die grau wabbernde Masse der Nebel des Schweigens in der Ferne erblickte, wo einst die See der Veränderung lag, da freute er sich, daß ihm bald ein neuer Ausblick erwartete von dieser Stelle.


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